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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 1 (1895) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
1 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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familie Aquila und Priscilla (Apg. J8, 26) wieder auferstanden zu sein schien. Geboren ^89 zu Langenargen am Bodensee, in Tonstanz s5s8 zum Priester geweiht, wurde Urbanus allmählich in die reformatorische Bewegung hineingezogen. Als Prediger in Augsburg trat er gegen einzelne Mißbräuche der Kirche auf, suchte aber mehr die zum Leben führende Wahrheit darzulegen, als Verkehrtheiten zu bekämpfen. In einer f52s veröffentlichten Schrift betet er: „Allein Gin Ding erhält mich trübseligen Menschen, daß ich nicht in Verzweiflung untergehe, nämlich, daß ich wohl weiß, wie die Größe Deiner grundlosen Barmherzigkeit weit übertrifft die Größe meiner Bosheit. Darum komme ich elender, bedrückter Sünder, aller hülfe entsetzt, zu Dir, meinem einigen Trost, als ein tödlich Kranker zu dem rechten Arzt, ein Durstiger zu dem Brunnen des wahren Lebens, ein Trauriger zu der Freude aller heiligen und Engel, ein Irrender zu dem Weg der Wahrheit, ein Gefangener zu dem gewaltigen Erlöser, ein Schuldiger zu dem allerbarmherzigsten Richter. Ich setze mein Vertrauen auf kein Geschöpf, sondern auf Dich." hierzu ermutigt ihn „das unendlich große Verdienst des schmerzlichen Todes", den Jesus Thristus erlitten hat. Bei seinem zweiten Aufenthalt in Augsburg (f52H—30) ging er noch entschiedener vor, wagte es auch 0525) in die Ehe zu treten. Seine Gattin, Anna, gehörte der Augsburger Familie Weisbrucker an. 5ie war mit ihrem Manne in den Fragen der Religion Eines Sinnes, nahm aber auch an seinen wissenschaftlichen Arbeiten teil. Melanchthon rühmte s2 Jahre später von ihr, daß sie wegen ihrer hohen Geistesgaben, besonders aber wegen der Gnadengaben des heiligen Geistes den alten, herrlichen Frauen, einer Sara, Rebekka, Elisabeth, zugezählt werden dürfe. Ihre Gelehrsamkeit war eine ungewöhnliche. Sie verstand z. B. hebräisch. Das war eine Sprache, auf welche ihr Gemahl großen Wert legte. Wie er selber im hebräischen sehr bewandert, sogar mit jüdischen Bibelauslegungen bekannt war, so verlangte er von jedem jungen Theologen, daß er nicht nur Griechisch und Lateinisch, sondern auch hebräisch fleißig lernen solle. „Wir haben jetzt genugsam eingesehen", äußerte er, „wie gefährlich es für einen Theologen ist, ohne Kenntnis des hebräischen im Alten Testament auf fremde Augen sich verlassen zu müssen." In der s535 für die Stadt Hannover aufgesetzten Kirchenordnung beschreibt Rhegius, der J530 auf den Wunsch des Herzogs Ernst von Lüneburg nach Telle übergesiedelt war, den Anfang der Reformation folgendermaßen: „Der allmächtige Gott hat die jämmerliche Verführung in der Kirche nicht länger dulden wollen und in Frankreich und Deutschland etliche feine, gelehrte Männer erweckt, die er mit Erkenntnis dreier Sprachen, der hebräischen, griechischen und lateinischen, und auch sonst mit andern nützlichen Künsten zur Förderung des heiligen Evangeliums sehr dienstlich begabt hat." Die frommen und gelehrten Ehegatten fühlten sich aber nicht nur zu der Sprache, sondern auch zu dem Volk des Alten Testaments hingezogen. Rhegius glaubte zwar nicht mit den Wiedertäufern an

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