Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 1 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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3 neue Liege über die alten Feinde hoffen. „Was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt." „Der das gute Werk in uns angefangen hat, der wird es auch vollführen." „Der Gott aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Lhristo Jesu, wird uns, die wir eine kleine Zeit leiden, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen." So bekennen und rühmen wir mit Johannes, Paulus und Petrus. Als neue Kreaturen besitzen und benützen wir Waffen, vor denen unsere Feinde nicht bestehen können. Die Hauptwaffe, welche Zehntausende in die Flucht zu schlagen vermag, ist das Wort Gottes in der heiligen Schrift. Wie eignet sich das Gesetz so vortrefflich dazu, unfern Trotz, die Werkgerechtigkeit, das Pharisäertum, zu zermalmen I Wie hat das Evangelium eine so wunderbare Kraft, unsere Verzagtheit in Freudigkeit, unfern Kleinmut in Mut zu verwandeln, die Gebeugten aufzurichten, die Verwundeten zu verbinden, die Erstorbenen zu beleben! Eine zweite Waffe ist das Sakrament des Leibes und Blutes Lhristi. Noch eindringlicher als sonst wird uns Jesus Lhristus im heiligen Abendmahl als der für uns Gekreuzigte vor die Augen gemalt. Unser Schuldbrief hängt zerrissen an seinem Kreuz: das wird uns bei dieser Feier aufs neue ganz gewiß. Die Apostelgeschichte stellt in ihrer Beschreibung der christlichen Waffenrüstung (2, ^2) zwischen Apostellehre (Wort Gottes) und Brotbrechen die Gemeinschaft. Eine einzelne brennende Kohle erlischt bald. Kommen mehrere zusammen, so giebt es ein länger anhaltendes Feuer. Ein solches kann unfern Feinden großen Schaden zufügen. Endlich wird in jenem Abschnitt der Apostelgeschichte das Gebet als Waffe genannt. Und jeder Lhrist weiß es aus Erfahrung, wie es das Herz festigt und ihm immer neue Kräfte aus der oberen Heimat zuführt, so daß es kein Spielball der Leidenschaften, kein Tummelplatz der bösen Geister werden kann. Auch diese vierte Waffe wird im neuen Jahre aufs neue ihre Schuldigkeit thun. Ejab’ Dank, o HLrr, für alle Huld und Treu', Die Du im neuen Jahr uns willst erzeigen! ®, laß uns stets und völlig sein Dein eigen, Bis Du einst sprichst: „Ich mache alles neu!" (Wffenb. 21 s.) Urbanus und Anna Rhegius. Es liegt etwas Wahres in der von jüdischer Seite aufgestellten Behauptung, daß die Reformation des f6. Jahrhunderts ein Blitzableiter für Israel geworden sei, da sich die Verfolgungslust der Katholiken nunmehr den Evangelischen zugewandt habe. In anderer Beziehung führte aber das zweite Pfingsten der Kirche eine kräftige Erregung der Synagoge herbei. Aus der erneuerten Ehristenheit erging vielerorten derselbe Missionsruf an Israel, den einst ihr Vorbild, die apostolische Kirche, erhoben hatte. Auch der Reformator Urbanus Rhegius ließ ihn erschallen, und eine Genossin war ihm hierbei seine Lebensgefährtin, so daß in diesem Ehepaar die Missionars-