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Dibre Emeth · 1894-01-01 · 11 (1894) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
50 (1894)
Issue
11 (1894)
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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85 Erlöser. Ihr Wunsch, als Getaufte zu sterben, ging nicht in Erfüllung. Aber sie entschlief int Vertrauen auf das Verdienst ihres Heilandes. Oft sind es Menschenfurcht oder die Besorgnis, den gewohnten Lebensunterhalt zu verlieren, welche die Taufe immer wieder hinausschieben. Allerdings werden die Getauften manchmal grausamen Verfolgungen unterworfen. So erzählt Miss.,, Eppstein von einem Ehepaar in London, welches nach seinem Übertritt von den Eltern der Frau so sehr bedrängt wurde, daß es seine Wohnung anderswohin verlegen mußte. Ein Schüler Wolkenbergs hatte besonders viel zu leiden. Ein alter Wann, dessen Kinder bereits getauft sind, meinte mit seiner eigenen Taufe warten zu sollen, bis alle Glieder seiner Familie das Sakrament empfangen hätten. „Sobald ich getauft bin," sagte er, „werden sic nicht auf mich hören. Ich werde zuletzt der ganzen Familie durch meine Taufe das Siegel aufdrücken." 5. Der Jahresbericht beweist, daß die im Glauben Getauften auch das heilige Abendmahl in Ehren halten. Doch enthalten wir uns weiterer Mitteilungen hierüber und schließen mit der Bitte: helfe doch jeder rechte Ehrist bei der Missionsarbeit mit der Treue des Knechtes, von welchem im Gleichnis von» großen Abendmahl (Luk. ff.) die Rede ist! Diese Arbeit hat in sich selber einen reichen Lohn. Der Bücherbote Paulo in Smyrna antwortete auf die Frage eines Juden, ob jener irgend etwas dabei gewinne, wenn sich ein Israelit bekehre und Ehrist werde: „Ja, sehr viel. Mein Gewinn besteht darin, daß ein Sünder von seinem bösen Wege entfernt worden ist." Und dann berief er sich auf Ezech. 3, \7—20 lind Jak. 5, 20. Man vergleiche auch Ies. 58, 6 - \2. Die Herrlichkeit des Alten Testamentes wird von manchen Ehristen verkannt. 2.1 Tit den Psalmen und patriarchengeschichten ist man noch einigermaßen vertraut. Aber andere Teile, namenllich die Zeugnisse der Propheten Israels, sind den meisten ein unbekanntes Land, aus dem nur einige Heller beleuchtete Punkte, wie Berggipfel aus einem NebelmeLr, hervorragen. Und doch haben Ehristus und seine Jünger im A. T. gelebt. Alle Reden des Herrn sind mit a. t. Gedanken durchtränkt. Auch hat er mit ihnen sein eigenes inneres Leben genährt. Die Notwendigkeit der Schrifterfüllung war auf allen seinen Wegen, besonders auf dem dunkeln Kreuzeswege, fein Leitstern. Aus dem A. T. erkannte er, daß der Vater ihn zum Opferlamm für der Welt Sünde erkoren, aber ihm auch die Erhöhung über die Welt zugedacht hatte. Daher diente es ihm als Waffe gegen den Versucher, als Anker der Hoffnung in den Anfechtungen. Wer das A. T. durchforscht, begegnet überall den Spuren Jesu, tritt aber auch in die Geleise seiner Zeugen, die wie er hier die Kräfte des ewigen Lebens schöpften. Indessen kann das A. T. schon an sich, abgesehen von jenen großen Vorgängern, eine hohe Bedeutung beanspruchen, zumal für

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