Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 11 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 1× ep/1046078
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8H die Rabbiner öffentlich vor jedem Verkehr mit ihm. Zweimal wurden die Gasthäuser, in denen er abgestiegen war, von Fanatikern belagert, „hinweg niit Eurem Jesus!" riefen Jerusalemer Juden, „hinweg mit Euren Albernheiten I Ihr werdet nie einen Sohn Abrahams überreden können, daß er an Euren Jesus glaubt." Auch in Safed gab sich dieser haß gegen die Wahrheit kund. 3. Daß das Gebet ein Hauptstück der christlichen Religion ist, weiß jeder, welcher in die letztere wirklich eingedrungen ist. Miss. Weinberger erzählt von einem jungen Mann in Dublin, dem der Herr das Herz öffnete, und der oft seinen festen Glauben an den Heiland bekannte, daß er seine Aniee gebeugt und seine Hände erhoben habe zu dem, der einst von ihm verachtet worden war. Das Zeugnis: „Siehe, er betet!" ist, wie W. mit Recht hervorhebt, ein sicheres Zeichen von dem Wirken des heiligen Geistes. Der junge Mann mußte Dublin verlassen, weil ihm die dortigen Juden jede Gelegenheit zur Arbeit entzogen. Nach seinem Abgang schrieb er niehrmals an W. und sprach die Hoffnung aus, daß er seinen Heiland bald öffentlich im Sakrament der Taufe bekennen könne. 4. An einer großen Anzahl von Israeliten wurde die heilige Taufe vollzogen. Warschau steht in dieser Hinsicht wieder oben an. Dr. Ellis taufte 60 von seinen s3H Schülern. In der Londoner „Iudenkapelle" traten 4$, in Jerusalem fH, in Aonstantinopel 8 Juden zum neuen Bunde über. Ein Täufling in Arakau, der in Berlin studiert hat, sagte vor seinem Übertritt auf die Frage nach seinen Beweggründen: „Ich bin gewiß, daß ich im Ehristentum den Frieden für meine Seele finde, den ich im Judentum nicbt finden konnte." Ein HZ jähriger Missionszögling in Jerusalem, ein Russe, wurde nach seiner Taufe von etlichen Landsleuten als „ein Meschummed für nichts" verspottet. „Du warst als Jude arm," sagten sie, „und Du bliebst arm, nachdem Du ein Abtrünniger geworden warst." Er antwortete: „Ich bin reicher als je. Den Frieden, den ich jetzt fühle, habe ich nie gefühlt, bis ich den kennen lernte, welcher der Friedefürst ist." Ein anderer russischer Iudenchrist, der in Tiflis seiner Militärpflicht genügt, predigt mit Erlaubnis der Offiziere seinen Regimentskameraden das Evangelium. Die Arbeitshäuser für Getaufte in London und Jerusalem beherbergten im letzten Jahre 50, bezw. \2 jDersonen. — Leider läßt sich mancher christgläubige Israelit durch allerlei äußere Rücksichten von der Taufe zurückhalten. Ein italienischer Jude, welcher die Waldenserkirche besucht hatte und gerne mit seinen.Söhnen zum Ehristentum übertreten wollte, wurde von seiner Frau, einer Aatholikin, daran gehindert. Auch ein Jude im Haag vermochte den von seiner Frau ihm bereiteten Widerstand nicht zu überwinden, ließ sich jedoch nicht davon abhalten, mit seinen Aindern über Iesum zu reden. „Ich will nicht," bemerkte er, „daß nieine Ainder einmal gegen mich auftreten und mich anklagen, sie in Unwissenheit über den einzigen Weg zum ewigen Leben gelassen zu haben." Umgekehrt wurde einer verheirateten Frau in Bukarest von ihrem Mann der Eintritt in den neuen Bund verwehrt. Auch sie sprach gerne mit andern von deni