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Dibre Emeth · 1894-01-01 · 11 (1894) · page 3

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Journal
Dibre Emeth
Volume
50 (1894)
Issue
11 (1894)
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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83 sei, antwortete er: „Es war Zeit. Sonst hätte man mich zu dem Glauben gebracht, daß dieser Jesus wirklich unser erwarteter Messias ist." (Lin mit dem Evangelium bekannter Rabbinerssohn in derselben Stadt fragte seinen Vater, ob nicht diejenigen, welche an den Messias glauben, im Recht seien. Der Alte erwiderte: „Ohne Zweifel lehrt die heilige Schrift, daß der Messias fein Volk von Sünde und Tod erlösen und seligmachen werde. Leider hat aber die große Masse einen andern Glauben: daß nämlich der Messias uns zuerst äußerlich befreien müsse, hiergegen können wir nicht angehen, mein Sohn." (Lin Raufmann in Budapest wurde durch ein Neues Testament bekehrt, welches sein jüngerer Bruder in Hamburg erhallen, nach Australien mitgenommen und endlich nach Ungarn gebracht hatte. „Wenn dies Buch mich nicht bester macht," sagte ein Jude in Rumänien, welcher dem Rolp. Goldmann ein Neues Testament abkaufte, „so macht es mich jedenfalls nicht schlechter. Da so viele Leute sich über die Geburt Thristi freuen, bin ich dessen gewiß, daß das Buch es wert ist, gelesen zu werden." — Von tieferem Verlangen nach der Wahrheit zeugt der Seufzer eines Londoner Juden: „Zch wünsche zu Gott, ich könnte das Evangelium in demselben Lichte ansehen wie ein Ehrist." „Wie kann ich wissen, daß Ehristus wirklich für mich gestorben ist?" fragte ein anderer. Und wieder einer wollte hören, ob es auch für ihn eine Vergebung der Sünden gebe. Mist. Bachert kennt manche ernste Forscher, die zwar noch Rinder an Erkenntnis und Glauben, aber doch bereit sind, um Ehristi willen alles dranzugeben. Aus Paris wird von einem Greis berichtet, der die erkannte Wahrheit vor seinen Freunden bekennt, obwohl er fürchten muß, daß er deshalb die letzteren auf immer verlieren wird. Zn Jerusalem sagte ein alter Mann aus Aleppo, welcher sehr oft die Bücherniederlage der Mission besucht hatte, vor der Rückkehr in seine Heimat: „Ich bin zu alt, um noch öffentlich Ehrist zu werden. Aber ich werde meinen Rindern von Ehristo erzählen, welcher ebensowohl der Messias der Juden als derjenige der Ehristen ist. Wenn sie ihn als ihren Erlöser bekennen wollen, wird ineine Seele auch nach meinem Tode darüber frohlocken." Zu Miss. Rosenstrauch kam ein Raufmann, der 2 Jahre zuvor von ihm ein Neues Testament empfangen hatte und sich nun in Wien laufen lasten wollte. Der Mann brachte vier Talmudisten mit, denen R. einen mehrstündigen biblischeil Unterricht erteilen konnte. Dieselben wiederholten später mehrfach ihren Besuch. Ein anderer Bekannter des Missionars lernte fast das ganze Evangelium Matthäi auswendig und nannte es „ein herrliches kleines Buch." Ein holländischer Zude gestand, daß die Verkündigung des Evangeliums seine Denkweise gründlich geändert und ihn zu dem Glauben geführt habe, daß der früher von ihm gehaßte Zesus gekommen sei, die Sünder seligzumachen. Derselbe Mann leistete infolge seiner Sinnesänderung einenr Jugendfreunde Abbitte wegen grober Beleidigungen, welche er diesem bei dessen Übertritt zur Rirche zugesügt hatte. — Freilich äußerte sich neben der Empfänglichkeit für das f}etl oft der heftigste Widerspruch. Zn einer galizischen Stadt, die Miss. Rosenstrauch besuchte, warnten

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