Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1894-01-01 · 11 (1894) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
50 (1894)
Issue
11 (1894)
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2555074-2555085--09412-2565567
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

82 Heils zu. Dieser antwortete: „Thäte ich dies unter Vorenthaltung der Wahrheit, die unendlich viel mehr wert ist, so wäre ich ein schlechter Missionar. Ihnen beides zu geben, bin ich nicht imstande. Daher biete ich Ihnen das an, was nach Salomos Rat jeder annehmen sollte. Lr sagt: Empfange meinen Unterricht, und nicht Silber, und lieber Erkenntnis, als auserlesenes Gold!" In einer italienischen Stadt, welche Miss. Arias J(893 besuchte, erklärte ein jüdischer Einwohner: „Wir sind hier lauter Ungläubige." Ein anderer bezeichnete ein schlechtes Buch als seine Bibel. Ein dritter sagte: „Unsere Vorfahren dienten dem goldenen Aalb, und wir dienen dem goldenen Geld." — Unter den Gesetzestreuen sucht man eine richtige Erkenntnis der Sünde in der Regel vergebens. Röm. 3, 20 und 7, 7 bestätigen sich bei den vom Talmud Verblendeten nicht. Daher wissen sie auch nicht, was Sündenvergebung ist. Miss. Denman schreibt: „Sie haben nur eine Art leerer Hoffnung auf Vergebung, keine wirkliche Empfindung derselben." Er pflegt in seinen Unterredungen mit Juden im Anschluß an 3. Mose \7, U zu zeigen, daß nicht der Versöhnungstag, sondern nur das Blut Ehristi die Vergebungsgnade des Gottes, der ein reines Herz verlangt, gewähren könne, hierbei findet er nun in dem Mangel an wahrem Frieden auf jüdischer Seite einen mächtigen Verbündeten. Einmal fragte ihn ein Zuhörer unter Bezugnahme auf hebr. ^0: „haben die Ehristen diesen Frieden?" Ein Taufbewerber bekannte, daß er gerne Thrist werden wolle, weil er sich vor dem Tode fürchle und sich nach der Freude und Seligkeit sehne, die er bei sterbenden Ehristen beobachtet habe. Wie Unfriede, so herrscht auch Unfreiheit unter dem Gesetz. Liner äußerte sein Erstaunen über die freie Stellung der Ehristen: „Als Jude kann ich nicht dies oder jenes thun, sondern muß ich es thun. Sonst bin ich nicht rechtgläubig." Er wurde übrigens darauf aufmerksam gemacht, daß die Freiheit eines Ehristen nicht Willkür und Zügellosigkeit ist. 2. In vielen Fällen öffnete sich die Herzensthür dem Glauben, den die Missionare predigten. „Wahrhaftig, Sie könnten mich bald überzeugen!" sagte hr. A. zu Miss, pick nach einem mehrstündigen Gespräch mit demselben, und auch seine junge Frau gab ihrer Freude über das Gehörte Ausdruck. In hüll beschwerten sich nrehrere bei pred. Arönig, der über das Laubhüttenfest gesprochen hatte, darüber, daß er nicht lange genug gepredigt habe. Einer rief: „Ich wünsche, Sie hätten 2 Stunden lang gepredigt. Früher verstand ich nie die Bedeutung des großen Hosiannatages I" Der Andrang zu den Missionsgottesdiensten war oft groß. Viele Israeliten zeigten sich auch bereit, unsere heiligen Schriften oder Traktate zu lesen, oder beteiligten sich sogar an der Verbreitung derselben. Als Miss. Norollah einer Einladung des Rabbiners von Sinna zufolge vor etwa 300 Juden das Evangelium verkündigt hatte, sagte man zu ihm: „Wenn dies das Lhristentum ist, so streitet es nicht mit dem Worte Gottes." Ein glaubenseifriger Jude von Marokko verließ plötzlich ein Haus in Mogador, in welchem er das Evangelium predigen hörte. 2Xnf die Frage eines Glaubensgenossen, weshalb er auf einmal fortgegangen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.