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Dibre Emeth · 1894-01-01 · 10 (1894) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
50 (1894)
Issue
10 (1894)
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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78 jener Kapitel, aber auch behufs einer ausführlichen und genauen Behandlung des Themas „Der Apostel Paulus und das Judentum." Könnte nicht eine der Iudenmifsionsgesellschaften hierzu anregen, indem sie ein Preisausschreiben in dieser Sache erließe? An Gelehrten, welche das Zeug und die Zeit zur Bearbeitung des so wichtigen Gegenstandes hätten, würde es wohl nicht fehlen. Aus Mogador. (Schluß.) Einmal sagte ein Jude zu Zerbib: „Gott hat uns vergessen. Mas haben wir gethan, daß wir dies eiserne Joch aus unserem Nacken tragen müssen?" Der Thrist führte tzosea 5, (5 und 8, 3 an. Als der Jude dem widersprach, berief er sich auf Ies. 59, 2—H, wo es u. a. heißt: „Eure Hände sind mit Blut befleckt." „Aber die Juden sind doch keine Mörder," wurde ihm erwidert. Da redete Z. von dem Blute, das Israel auf sich herabbeschwor, als es Iesum von Nazareth, den Messias, den Sohn Davids, kreuzigen ließ. „Aber unsere Meisen," antwortete der Jude, „haben in ihren heiligen Büchern hiervon nichts gesagt. Da liest man nichts von diesem Jesus, den die Ehristen als den Messias anfehen." Der Missionar ließ wieder die heilige Schrift, Ier. 6, und 8,9, für sich reden. Als sein Gegner jetzt meinte: „Dann ist keine Hoffnung mehr für uns," wurde ihm die Liebe Gottes verkündigt, wie sie schon im alten Bunde (2. Thron. (5,3, Ies. 22), noch herrlicher aber im neuen (Matth.!>, 28) den Mühseligen und Beladenen bezeugt wird. Einen nichtigen Trost für ihre äußeren Leiden findet die jüdische Bevölkerung von Marokko alljährlich am purimfest. „Purim ist unser bestes Fest," sagte ein Rabbiner zu unserm Missionar. „Es giebt uns Gelegenheit, unsere Verfolger zu verfluchen. Es thut not, den Arabern zu zeigen, daß wir unserer Feinde sogar noch nach mehr als 2000 Jahren mit Verwünschungen gedenken." „Tote Feinde zu verfluchen," antwortete Z., „ist sicherlich nicht Gottes Gebot. Dieser Gottesdienst kann ihm bei armen Sündern, die selbst so sehr der Vergebung bedürfen, unmöglich Wohlgefallen." Er las dem Rabbiner hierauf Röm. \2 vor und verweilte besonders bei Vs. (2 und den folgenden. Mehrere Juden aus dem Atlasgebirge fragten ihn, warum er christliche Schriften verbreite, welchen Vorteil er hiervon habe. Er erwiderte, dies geschehe in der Absicht, die Menschen mit der erbarmenden Liebe Gottes bekannt zu machen. „Alle sollen wissen, daß der Messias, der Sohn Davids, der von Gott verheißene, von Mose und den Propheten Vorausverkündigte, zur festgesetzten Zeit gekommen, und daß er der Freund der Sünder ist, der vergeben und seligmachen kann." „Mir verbreiten das Neue Testament unter Israel," fuhr der Missionar fort, „damit es die Schuld erkennt, die es mit der Verwerfung des eingeborenen Sohnes auf sich lädt, und damit es das Evangelium von Jesu Thristo als eine Quelle wahren Glückes für Zeit und Ewigkeit anfehen lernt. Mir bringen Israel

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