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Dibre Emeth · 1894-01-01 · 10 (1894) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
50 (1894)
Issue
10 (1894)
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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77 und verstockt, aber nicht aus seinem Haushalt verwiesen. Er hat noch eine Absicht an Israel. Als der Nerv und Slrebepunkt der Paulinischen Gedanken ist Rom. sh 26 anzusehen, Hier wird „Israels nationale Bekehrung zu Thristo in sichere Aussicht genommen, gleichwie es eine nationale Verwerfung Jesu gewesen ist, zu welcher das Judentum sich bei dem Martyrium des Stephanus entschlossen hat" (S. 20). 2. Thron. (2, ( läßt sich vielleicht als parallele verwerten: eine von Hofmann angeführte Stelle, welcher die vorstehende Auffassung teilt. Aus der Einzelerklärung heben wir zuerst die schönen Worte über die Frucht der Trauer hervor, mit welcher Israels Unglaube Pauli Herz erfüllt. „Er stellt die Schuldfrage außer Betracht und wendet sich an das Gottesherz, welches größer ist als Vater- und Mutterherz, ja, größer ist als aller Menschen Herz ((. Ioh. 3, 20)." Über Röm. 9, 3 schreibt St.: „Der Lichtstrahl der Liebe bricht mit blendendem Glanze aus diesem Bekenntnis hervor. Vielleicht gelingt es demselben auch, das Dunkel zu lichten, das über der Eröffnung des Paulus zu schweben scheint." Der Ausleger erinnert an (. Ioh. 3, (6; 2. Aor. \2, (5; (. Theff. 2, 8. Paulus nimmt die Rechte seines Herzens wahr und verfolgt sie bis zu ihren äußersten Grenzen: bis zu der Herrschaft des Geistes. Auch Israel gegenüber ist er im Geist gebunden. Zu der Liebe, die er feinen» Volke entgegenbringt, kommt der Haß gegen den Unglauben desselben. Aber Paulus sieht einen Stern leuchten: er tröstet sich niit der Hoffnung auf Israels Bekehrung. Auch 2. Aor. 3, (<( f. wird diese Hoffnung bekannt. Sie ruht auf einer Gottesoffenbarung. Nach des Apostels Anschauung wird das Erblühen und Gedeihen der Heidenkirche (vgl. Matth. 2\, 3() in den darbenden Herzen Israels das Verlangen nach dem gleichen Segen wecken. Aus Israels Bekehrung wird der Airche selbst ein hoher Gewinn erwachsen. Das Ideal, welches sich nach dem Eingang Israels ins Reich Gottes verwirklichen wird, ist die in Jesu Thristo geeinte Welt. „Jakob und Esau sind sich gegenseitig feind. Welche Macht ist stark genug, daß sie eine Aluft dieser Art überbrückt? In Thristo ist das vereinigende Band offenbar." Vgl. Eph. 2, —(8 und Matth. 8, ((. Dann wird Gottes Lob „den» jüdischen und heidnischen Munde in» gleichen Tone entquellen". „Wie immer das empirische Judentum beschaffen sei: trotz aller seiner Schäden und Mängel bedingt es die Alippe nicht, welche die Hoffn»»ng mit Gefahr »n»d deren Erfüllung niit einem Schiffbruche bedroht." „Ein Volk, dessen Wurzel sich so fruchtbar erwiesen hat (Röm. ((, (8), sollte ohne Zukunft sein?" Die innere Stellung, welche die Gemeinde gegenüber dem Judentum einzuneh»»»en hat, bestimnit Röm. ((, (8 u. 20. Ergreifend sind die an Vs. 22 angehängten Ben»erk»lngen. Hier (S. (00) bricht St. eine Lanze für das Apostolikum, welches er „ein kirchliches Aleinod ersten Ranges, eine Errungenschaft der voi» den» heiligen Geiste geleiteten Airche" und „ein Wunderwerk" nennt. Erschließt sein Buch mit dem Schlußvers des Rörnerbriefes. Daß das letzte Wort in der Erklärung von Röm. 9—(( noch nicht gesprochen ist, giebt St. selber zu (S. 72). Es bedarf „erneuter Anstrengrmgen" zum Zweck der Erschließung einzelner Ausdrücke

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