Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 10 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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75 Israels irrt voraus airgekündigt. Die Geschichte Jesu entspricht den von jenen Gottesmännern angegebenen Merkmalen, u. a. den von ihnen bezeichneten Zeitumständen. Sollte es darum für Israeliten nicht der Mühe wert sein, die Gründe sorgfältig zu prüfen, welche für diese christliche Auffassung geltend gemacht werden? Zu einer derartigen Thätigkeit kann außerdem die merkwürdige Thatsache anregen, daß die christliche Anschauung zum teil durch außerbiblische jüdische Angaben begünstigt wird. Man denke an die talmudische Erzählung von dem i. I. 30 unserer Zeitrechnung erfolgten Abschluß des Wunders, welches sich bis dahin an jedem Iom-Aippur mit den an den beiden Böcken befestigten roten Wollstreifen zugetragen hatte (D. <£. (89H, S. 7s), — oder an die Behauptung des Midrasch, daß der Messias zur Zeit der Zerstörung Jerusalems durch Titus in Bethlehem geboren sei ((893, S. 9p. Jeder rechte Lhrist erwünscht und erbittet es von Gott, daß ganz Israel auf dem von Gott selbst gewiesenen Wege nach der Versöhnung trachten, daß es sich der Hilfe des göttlichen Hohenpriesters bedienen möge, von dem es Psalm ((0, heißt: „Der Herr hat geschworen urrd wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester ewiglich nach der weise Melchisedeks!" An einzelnen Gliedern des jüdischen Volkes, die Iefum als den rechten Menachem, d. h. Tröster, anerkannten, hat es nie gefehlt und fehlt cs auch jetzt nicht. Warum wollt Ihr andern Zurückbleiben? Eure Väter haben einst das Gesetz auf sich genommen, indem sie zu Mose sprachen: „Alles, was der Herr, unser Gott, mit Dir reden wird, das wollen wir hören und thun" (5. Mose 5, 27). Was kann Euch davon abhalten, das Evangelium anzunehmen und im Sinne der Jünger und Nachfolger Jesu Ehristi zu dem Allmächtigen zu sprechen: „Siehe, wir kommen zu Dir, denn Du bist der Herr, unser Gott?" Antwortet auf den Ruf Iehovahs, den Ihr am Iom- Aippur vernehmt, mit der von ihm (nicht bloß von der christlichen Rirche) geforderten That! Dann werdet Ihr in Eurem Innern des heiles gewiß werden. Gottes Geist wird in Euch eine Lebens- und Sterbensfreudigkeit erwecken, die Ihr vorher nie besaßet. In ihr werdet,, Ihr ein Siegel mrd Unterpfand dafür erhalten, daß wirklich Eure Übertretungen vergeben, Eure Sünden bedecket sind, daß der Herr Euch die Missethat nicht zurechnet (ps. 32). Der Apostel Paulus und das Judenium. So ist die neueste Schrift des Berliner ProfessorsL. Steinmeyer betitelt. Wir haben dieselbe mit gemischten Empfindungen gelesen. Einerseits enthält sie eine Reihe befremdlicher Urteile. Z. B. heißt es Seite 6 von der Uirche: „Ihrer Würde eingedenk, nimmt sie einen Streit nicht auf, welcher vonseiten der höchsten Instanz seine endgültige Entscheidung empfangen hat." Gemeint ist die Polemik gegenüber Israel. Nach St. ist dies längst besiegt. Den Gründen, die der Unglaube einst vorbrachte (Ioh. 7, H(f.; 9, (6; (2, 3H; vgl.