Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 9 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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69 empfand bei seiner Bekehrung an seinem eigenen Kerzen die Machtwirkung des heiligen Geistes, die einem Verblendeten die Augen öffnen kann für Thränen der Buße und für den Blick des Glaubens auf den am Ureuz zerstochenen, aber dann zum Himmelsthron erhöhten Gottessohn. Er wurde der Vergebung seiner Zünden als eines unverdienten Gnadengeschenkes gewiß. Diese selige Erfahrung konnte er nicht für sich behalten. Auch andere mußten sein Zeugnis hören: „Ich war blind und bin nun sehend. Die Gerechtigkeit kommt nicht aus dem Gesetz, sondern durch den Glauben an Iesum Ehristum." Was Paulus in Damaskus geworden war, blieb er bis an sein Ende: ein Gläubiger und ein Bekenner des neuen Bundes. Aus der Schule Jesu Lhristi trat er nie wieder aus, nachdem der Heiland selbst ihn in dieselbe ausgenommen hatte. Er lebte wahrscheinlich noch dreißig Jahre lang. Dieser Zeitraum zerfällt in 2 Iahrsiebente und 2 Iahrachte. Von 37 bis 44 that der Streitet: Christi die ersten Schritte auf seiner Heldenlaufbahn. 3 Jahre weilte er in Damaskus und in Arabien, d. h. im Hauran (südlich von jener Stadt). Damaskus war damals im Besitz des Aönigs Aretas von Arabien. Dieser hatte die zur römischen Provinz Syrien gehörige Stadt nach der Besiegung seines Schwiegersohnes, des Merodes Antipas, eingenommen. Daher giebt es keine rämifch-damaskischen Münzen aus jener Zeit. Er starb in demselben Jahr, in welchem sein Statthalter den Unecht Lhristi zur Flucht aus Damaskus nötigte. Nach einem Besuch der Lhriftengemeinde in Jerusalem begab sich Paulus nach Tarsus. Nach Verlauf von weiteren 3 Jahren ging er auf Veranlassung des Barnabas nach Antiochien, der syrischen Hauptstadt, in welcher zuerst die Bezeichnung Christen (Christianer) gebraucht wurde. Von hier aus reiste er während des siebenten von jenen 7 Jahren, im „Todesjahre von Herodes Agrippa, dem letzten jüdischen Herrscher, als Überbringer einer Sammlung von Liebesgaben nach Jerusalem. Das zweite Iahrsiebent, 44— 5(, stellt Paulus als den Eroberer Uleinasiens dar. Von Antiochien, als seinem Hauptquartier, zog er 43 auf mehrere Jahre in jenes heidnische Land. 5( nahm er in Jerusalem an der Apostelversammlung teil, die das gute Recht seiner Missionspraxis anerkannte. Die 8 Jahre von 5( — 59 schildern ihn als den Bezwinger Macedoniens und Griechenlands. Auf der 2. Missionsreise drang er von dem Schauplatz der trojanischen Heldenkämpfe aus in den fremden Erdteil vor. Auf der 3. Reise, während deren er einen Winter in Uorinth zubrachte, verfaßte er hier den Römerbrief und sandte ihn als Wegbereiter über die Adria hinüber. Am Schluß des Zeitraums stnden wir den Apostel wiederum in Jerusalem. Endlich erscheint er in den letzten 8 Jahren, 59—67, auf der Höhe seines Ruhmes: durch die Gefangenschaft in Cäsarea und Rom ebensowenig gebeugt wie durch ein schweres körperliches Leiden, nach seiner Freilassung vor dem Juli 64, in welchem der Brand Roms stattfand, in Spanien thätig, nach seiner abermaligen Festnahme ein unerschrockener Blutzeuge von der Sühnkraft des Blutes Jesu Lhristi. Wie die drei früheren Abschnitte schließt auch dieser in Jerusalem, aber in der himmlischen Gottesstadt. Nicht lange vor feinem