Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 9 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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68 Paulus konnte in gewissem Sinne als eine Wiedergabe des Königsnamens Saul gelten. Er erinnerte an eine vornehme, römische Familie, an ein Heldengeschlecht des Volkes, welches damals die Welt beherrschte. Lucius Aemilius Paulus hieß der Sieger von pydna, welcher (68 v. Ehr. den letzten König der Macedonier, Perseus, aufs Haupt schlug. Sein gleichnamiger Vater fiel 2(6 bei Eannae vor hannibal nach tapferer Gegenwehr. Der Vater unseres Saul-paulus besaß das römische Bürgerrecht. Iosephus weiß von mehreren gleichartigen Fällen zu berichten. Eine Tochter des Dauses war in Jerusalem verheiratet. Ebendorthin kam nun auch der Sohn schon in früher Jugend. Nach dem Ausspruch des Jose Ben Iosser konnte er sich jetzt mit dem Staub der Füße der Weisen bestäuben und ihre Worte durstig trinken. Besonders zog ihn, den Sohn eines Pharisäers, der selber auch ein Mitglied dieser Gesellschaft geworden war, der Pharisäer Gamliel an. Er erwarb sich als dessen Schüler eine umfassende Kenntnis der damaligen jüd. Gesetzesauslegung. Er wurde aber auch mit der Weisheit der Griechen bekannt. Es scheint, daß er Schriftsteller wie Menander, Aratus, Eleanthes, Pindar, Epimenides aus Kreta studiert hat. Bald übertraf Paulus seine Mitschüler wie an Wissen so an Eifer für das Gesetz. Am Tode des Stephanus hatte er Wohlgefallen. Der Messias, an den dieser Märtyrer glaubte, und den Paulus selbst einmal gesehen hatte (2. Kor. 5, (6), galt ihm als ein falscher. Er mochte denken: „Welche Anmaßung ist es gegenüber einem Hillei, Schammai und Gamliel, von jenem Nazarener zu behaupten, er allein sei der Weg des Lebens, die Quelle des Heils!" Sein ganzes Streben ging darauf, eine weitere derartige Beleidigung des Gelehrtenstandes zu verhindern, und zwar durch Ausrottung des Lhristennamens. Er verfolgte die Gemeinde Gottes „über die Maßen" (Gal. (, (Z). Da trat urplötzlich — es war i. I. 37 — eine Wendung in seinem Leben ein. In Damaskus, wohin ihn fein Mordhandwerk geführt hatte, bekannte er eines Tages öffentlich seinen Glauben an die Messianität Jesu. Was hatte den Schüler Gamliels zu einem Jünger des Heilands, den Verfolger zu einem Nachfolger gemacht? Welches Wunder war geschehen? Ein solches hatte sich wirklich und buchstäblich zugetragen. Ein persönliches Eingreifen des verklärten Erlösers hatte den Titanensinn gebändigt und dem Lhristenwürger die Herrlichkeit Gottes in dem Angesichte Jesu Ehristi gezeigt. Jetzt stimmte Paulus von Herzen ein in den Iubelruf der Gläubigen: „Der Herr ist gekommen zu seinem Tempel, den wir suchten, und der Engel des Bundes, des wir begehrten. Ans ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter. Er ist um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Aber nachdem er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, schaut er Nachkommen und lebt in die Länge, und Iehovahs Vornehmen gedeiht in seiner Hand. Um seinetwillen hat der Herr seinen Geist ausgegossen Über das Hans Davids und die Bürger zu Jerusalem: den Geist der Gnade und des Gebets." Paulus