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Dibre Emeth · 1894-01-01 · 8 (1894) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
50 (1894)
Issue
8 (1894)
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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65 Eine HravLnschrisL. Neben der uralten Kirche zu Dahlem bei Berlin liegt ein Grab, dessen Stein die nachfolgende Inschrift anfweist: „wer hat euch Wandervögeln „Die Wissenschaft geschenkt, „Daß ihr auf Land und Meeren „Nicht falsch den Flügel lenkt, »Daß ihr die alte Pal,ne ,Im Süden wieder wählt, ,Daß ihr die alten Linden ,Im Norden nicht verfehlt? Unter dem Steine schlummert eine im Alter von 27 Jahren gestorbene Frau, deren Name an einen in Potsdam geborenen, berühmten Naturforscher erinnert. Ob thatsächlich ein verwandtschaftlicher Zusammenhang besteht, vermögen wir nicht anzugeben. Gewiß hat diese Grabinschrift, welche zum Nachdenken über die wunderbaren Gaben und Kräfte der Geschöpfe Gottes, über die Offenbarungen des höchsten in der Natur, anleitet, schon manchen Besucher des Friedhofs eigentümlich berührt, wir möchten an dieser Stelle lieber andere Worte sehen, wenigstens sollte der obige Vers durch einen zweiten ergänzt und erläutert werden. Vielleicht hätte sich hierzu der folgende geeignet: Der Wandertrieb und Heimatskunde Gelegt in eure kleine Brust, Berief uns zu dem Gnadenbunde Des Heilands, zu des Fimmels Lust. Nun sind wir Pilgrime hienieden, Die wandern eine kurze Zeit Der Heimat zu, wo ew'gen Frieden Den Gläubigen der Herr verleiht. Kteine WifstonszeUung. Aus Lübeckerhielten wir abermals eine Trauerkunde. Am April entschlief daselbst im 77. Lebensjahre der reformierte Pastor w. Deiß. Der Heimgegangene stand im Dienst des Herrn bis an sein Ende. Für Heiden- und Iudenmission hatte er ein warmes Herz. Beide waren auf den Missionsfesten vertreten, die er alljährlich in seiner Gemeinde veranstaltete. Zu besonderem Dank ist der Herausgeber der „D. <£." dem teuren Mann verpflichtet, der ihm nicht nur mehrfach Haus und Kanzel öffnete, sondern auch wieder und wieder reiche Missionsspenden einsandte. — Der Westdeutsche verein für Israel nahm *893 22 3y* Mk. ein. Für verkaufte Schriften wurden ^56 Mk. erlöst. Sieben Israeliten empfingen das Sakrament der Einpflanzung in Christi Reich. Im Jahresbericht des Missionars P. Stolle lesen wir: „Ls ist ein Gären und Ringen in religiöser Beziehung unter den Juden, trotz der Versunkenheit in Mammonsdienst und Materialisinus." Manche schenken der christlichen Wahrheit Gehör, „wenn man ihnen mit Sanftmut und Geduld, in barniherziger Liebe zu ihrer Seele von dem Eckstein, auf den unser Leben sich gründen muß, Zeugnis giebt." — In einer polnischen Stadt wirkte jahrelang ein gesetzestreuer Rabbiner, wenn er an gewissen Tagen eine Predigt hielt, pflegte er seine Gemeinde zur Buße zu ermahnen, da die Sünde die Erscheinung des Messias uninöglich mache. An einem Neujahrstage aber erklärte er seinen Zuhörern, daß er jetzt anders denke als früher. Er habe ein altes Buch gelesen, dessen Verfasser ein großer Ehasid, ein sehr heiliger Mann gewesen sei, und habe hierin gefunden, „daß es mehr als wahrscheinlich ist, daß Jesus von Nazareth, an welchen die Christen glauben, wirklich der wahre Messias ist, und daß wir vergeblich auf einen andern hoffen." Der Rabbiner durfte nicht weiter reden. Man stieß ihn aus der Synagoge hinaus und behandelte ihn als einen Abtrünnigen, was jetzt aus ihm wurde, ob er den Glauben an den Gekreuzigten durch den Empfang der heiligen Taufe besiegelte, ist noch nicht aufgeklärt. — Lin Kolporteur von Pastor Gurland in Mi tau wurde im Juni *892 von einer Anzahl Juden angefallen und eines packetes beraubt, in dem sich 50 Neue Testamente befanden. Der Hauptanstifter, ein 73 jähriger Greis, schaffte die Bücher in die Wohnung eines Rabbiners, wo sie verbrannt werden sollten. Beim Verlassen dieses Dauses strauchelte der alte Mann, siel über das Bücherpacket und brach ein Bein. „Das ist Gottes Finger," sagte ihm der herbeigerufene christliche Arzt. Derselbe erklärte ihm aber auch, er werde in jenem Buch, das er habe vernichten wollen, das beste Heilmittel für Leib und Seele finden. Der Israelit fühlte sich getroffen, las das Neue Testament, welches

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