Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 8 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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60 Juden. Europäischen Predigern verwehrt man immer noch den Eintritt ins Land. Aber auch die eingeborenen Missionare haben unter der Feindschaft der abessinischen christlichen Priester und Gelehrten viel zu leiden. Ihre Arbeitsplätze sind: Debra Tabor und Abu Harra. An beiden Orten befinden sich Schulen und werden Gottesdienste abgehalten. Während dieMissionare, an deren Spitze Argawi steht, in Monkullo weilten, ließen sie sich im Iugendunterricht von zwei evangelisch gesinnten abessinischen Christen vertreten. Die Schritte, die zur Wiedererlangung der dem Missionsboten Fanta David geraubten Güter gethan wurden, waren ohne Erfolg. Auf den Wunsch der Teilnehmer an der Versammlung in Monkullo schrieb Flad einen amharischen Brief an den Ras von Wadela. Im Gebiet des letzteren liegt Gergera, der Ort, bei welchem David überfallen und erschlagen wurde. In einem Schreiben, welches die 6 Missionsarbeiter an den Vorstand der L. I. - M. richteten, heißt es: „Wir sind Gott sehr dankbar dafür, daß er Eure Kerzen durch feinen Geist geneigt gemacht hat, uns Missionare zu senden, durch welche das Licht des Evangeliums zu uns gebracht wurde. Wir werden durch unfern Herrn Iefum Christum reichlich getröstet, in welchem und durch welchen wir Vergebung unserer Sünden, Frieden und Freude in unfern Herzen und die gewisse Hoffnung des ewigen Lebens haben. Euer Werk, Eure Geduld mit uns, Eure Liebe sind nicht vergeblich gewesen für unsere entschlafenen Väter und für uns, die wir noch in der Hütte dieses Leibes sind. Wie Gold im sgfeuer, so sind wir Gläubige aus den Falaschas geprüft worden durch Trübsalsfeuer und die Derwische. Aus unserer Mitte sind viele durch den Glauben in die Ruhe des Volkes Gottes eingegangen. Wir, die wir dem Schwert der Derwische und dem Hungertods entronnen sind, wollen auch in Zukunft wie bisher Zeugnis ablegen von der Hoffnung, die in uns ist, solange Gott uns Araft giebt und die politischen Umstände es erlauben." Die Absender des Briefes danken hierauf dem Vorstand dafür, daß er ihnen Gelegenheit gegeben habe, ihren geistlichen Vater, Miss. Flad, wiederzusehen. Das Zusammensein mit diesem sei ihnen eine rechte Glaubensstärkung gewesen. Dann wünschen sie mit Hinweis auf Matth, jo, \2 dem "Komitee Gottes Segen für die durch Flad ihnen überbrachten Gaben. Endlich bitten sie: „Gedenket unser und unserer Glaubensgenossen vor dem Gnadenthron, daß auch in unserm Lande das teure Evangelium den Sieg davontrage I" Konfutfe, Mose und Christus. Missionar Lechler zu Hin nen in China erzählt im „Lalwer Missionsblatt," wie er die Verehrer Aonfutses zu Mose und Christus führt. Er pflegt an ein Wort des chinesischen Weisen anzuknüpfen, z. B. an das folgende: „Der Mann von erhabener Tugend hat drei Dinge, die er fürchtet: des Himmels Befehl, die Obrigkeit und die Worte der Weisen." Er fragt nun seine Zuhörer, was unter des Himmels Befehl zu verstehen fei. Die Antwort lautet: „Er ist verkörpert in der Natur des Menschen." Lechler erwidert: „Aber der