Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 8 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2555074-2555082--09386-2565538- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
59 sich auch die geistliche Hebung der eingeborenen wie der eingewanderten Bevölkerung angelegen sein. Kirchen, Schulen und Krankenhäuser werden von manchen Nichtchristen dankbar benutzt, und unter diesen befinden sich nicht wenige Israeliten. Wird die soeben geschilderte Bewegung fortschreiten und eine völlige Umwandlung herbeiführen? Ja. Der neunte Ab selber gewährt uns auch einen Ausblick auf die fröhliche Zukunft Jerusalems. In dem über die heilige Stadt ergangenen Gericht liegt ein Unterpfand für ihre Errettung. Beides weissagt die heilige Schrift. Hat sich der erste Teil ihrer hierauf bezüglichen Zukunftsreden erfüllt, so wird auch die Erfüllung des zweiten Teils nicht ausbleiben. Das Land zwischen Wittelmeer und Euphrat wurde Abraham und seiner Nachkommenschaft zum ewigen Besitz gegeben. Dies Land und dies Volk gehören zusammen. Das wird sich in der nächsten Zeit immer deutlicher zeigen. Israel hilft schon jetzt dazu, daß dem, heiligen Lande neue Quellen des Wohlstandes eröffnet werden, daß E>l- und Feigenbäume, Weinstöcke und Getreidefelder die Höhen und Thäler bedecken. Einen noch viel weiter gehenden Umschwung der Dinge stellt uns Gottes Wort in Aussicht. Nur muß zuvor eine Bedingung erfüllt werden. Im Talnuid und Midrasch wird erzählt, daß das unschuldig vergossene Blut Sacharias (2. Thron. 2% 20 ff.) nach zweieinhalb Jahrhunderten ein Gericht über Tausende von Nachkommen der Mörder brachte. Aber hiermit geschah ihm Genüge: das ganze Volk durfte nicht ausgerottet werden. So kam und kommt auch Jesu Lhristi Blut über unzählige Glieder Israels. Aber endlich wird es fein Rächeramt einstellen und nur noch seine Versöhnungskraft ausüben. Wie gerne hätte Gott der Herr schon längst,.aufgehört, zu strafen, wenn Israel ihm dies ermöglicht hätte! Die Änderung in seinem Verhalten hängt davon ab, daß das verblendete Volk die auf ihm liegende Blutschuld erkennt, daß es den ermordeten Gottessohn als seinen Messias bekennt. Wenn dieser große Wendepunkt gekommen ist, dann wird auch Jerusalem nicht länger von den Heiden zertreten werden, sondern der Mittelpunkt des erneuerten Volkslebens sein. Jerusalem! Du bleibst nicht ewiglich Des stolzen Feindes Raub. Der L^err der Welt, er will erheben dich Noch einmal aus dem Staub. Den König wirst du sehen In deinen Thoren steh'n Und ihm entgegengehen Mit weinen und mit Fleh'n. Jerusalem! Du Stätte des Gerichts, Das Sünder niederstreckt, Dir leuchtet einst derGlanz des Gnadenlichts, Das Tote auferweckt. O, daß er bald erschiene, Der Aufer.stehungstag! Daß endete die Sühne Der Schuld, die auf dir lag! Neues aus Abessinien. Im März d. I. hatte Missionar Flad 8MI. abermals in Monkullo eine Zusammenkunft mit den abessinischen Missionsarbeitern. Er erfuhr hier, daß in dem unglücklichen Lande nur noch achtundfünfzig Profelytenfamilien am Leben sind. Getauft wurden seit 1860, dem Jahr der Eröffnung der dortigen Mission, ^70 Falaschas, d. h. eingeborene