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Dibre Emeth · 1894-01-01 · 7 (1894) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
50 (1894)
Issue
7 (1894)
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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5H sich und ihre Familien dem Hungertods Preisgaben, weil ihnen die Juden jede Arbeitsgelegenheit nahmen und die Lhristen keine gaben, löste sich der Kreis allmählich auf. Einige suchten im Missioushause Schutz gegen die Verfolgung. Ihre Angehörigen belagerten sie hier täglich und baten sie, zu ihnen zurückzukehren. Einer nach dem andern ließ sich erweichen. Schließlich war nur noch ein einziger übrig. Doch auch dieser verschwand eines Tages. Segall erfuhr später, daß etliche Juden ihn auf der Straße überfallen und infolge seiner Weigerung, sich mit den Seinigen wieder zu vereinigen, einem von ihnen bestochenen Polizisten übergeben hatten. Er wurde mehrere Wochen lang gefangen gehalten, und man drohte ihm, er werde die Sonne nie wieder zu sehen bekommen, wenn er nicht verspreche, zu den Juden zurückzukehren. Endlich gab er nach. Der Bestand der ganzen Mission war infolge dieser Vorgänge gefährdet. Da wurde ihr von einer Seite Hilfe zu teil, von welcher man sie am wenigsten erwarten konnte. Auf die Bitte des Missionars trat der Oberrabbiner ins Mittel. Am Ende des vorigen Jahres war nicht nur die Zahl der Schüler größer als je, sondern auch alle Missionsversammlungen wurden stark besucht. Lin dringendes Bedürfnis ist die Anstellung eines Missionsarztes. Auch der Oberrabbiner wünscht dieselbe. Missionar Norollah ist in seinem Geburtslande Persien thätig. Von ihm war erst in der vorigen Nummer dieses Blattes die Rede. Er begann die Arbeit s888 in Teheran. Ende J889 ging er nach Ispahan, wo ihm der von der Kirchlichen Missionsgesellschaft dorthin gesandte Prediger Bruce mit Rat und Thal zur Seite stand. Er eröffnete hier einen Bibelladen. Bald schloß sich ein Jude von Ispahan der Kirche an, empfing die Taufe und räumte fein Haus für Missionszwecke ein. Es wurden nun an jedem Sonnabend Gottesdienste abgehalten. Auch konnte ein Missionsgehilfe angestellt werden. Nach einigen Monaten baten die Juden um Errichtung einer Schule. Mit Hilfe von Freunden wurde dieser Wunsch erfüllt, und 5,4 Knaben fanden sich zum Unterricht ein. Ende J89J wies die Regierung den Missionar aus Ispahan aus. Er ist aber dessen gewiß, daß Gott die Feindschaft überwinden und die Fortführung des Werkes ermöglichen wird. Während der letzten sechs Jahre besuchte Norollah etwa zwei Drittel der 75 000 Seelen zählenden jüdischen Bevölkerung Persiens. Oft durfte er in einer Synagoge das Evangelium predigen. In hamadan brachten die unbemittelten Schüler einer Sonntagsschule der Mission 2'/« £ für dieselbe auf. Wieviel mehr könnten die Sonntagsschulen in christlichen Ländern thunl Die Einnahmen der L. I.-M. blieben s893 wieder hinter den Ausgaben zurück. . <£s gilt, ein Defizit von 5000 .£ zu tilgen. Der mehr als dreimal größere Fehlbetrag der Kirchlichen Missionsgesellschaft wurde jüngst von ihren Freunden in wenigen Tagen bezahlt. Möge unserer Gesellschaft dieselbe Freude widerfahren! Für das neu zu erbauende Missionshospital in Jerusalem gingen bis zum Zs. März d. I. 7570 £ ein. Die dortige neue Mädchenschule, die Ende \W)2 fertig wurde, hat noch W9 £ Schulden.

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