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Dibre Emeth · 1894-01-01 · 7 (1894) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
50 (1894)
Issue
7 (1894)
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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53 König, unter schwerer Trübsal Demut gelernt. Als er von Babel nach Jerusalem hatte zurückkehren dürfen, richtete er den Altar des Herrn zu und opferte darauf Dank- und Lobopfer. Dann befahl er seinem Volk, daß es Iehovah, dem Gott Israels, dienen sollte. Manasses Sohn dagegen, Ammon, und fein späterer Nachkomme Zidekia wollten sich nicht demütigen und gingen darum in ihrem Hochmut unter. Gott schenke auch uns die Frucht, die unter seiner Unterweisung und Zucht reifen soll und reifen wird, wenn wir ihr Wachstum nicht verhindern! Er schenke uns die Demut, die wohl verträglich ist mit einer gewissen Festigkeit und Entschiedenheit der Willensrichtung, aber nicht mit Aufgeblasenheit und Selbstverherrlichung. Die rechte Demut ist nicht Kleinmut, d. h. Niedergeschlagenheit, sondern Mut der Ergebung in Gottes Willen, Unterwerfung unter seine Gebote, mögen dieselben uns das richtige Verhalten zu unserm Schöpfer oder zu unser« Mitgeschöpfen vorschreiben. Wie Hagar auf des Engels Geheiß sich ihrer Herrin unterordnete, wie Jesus in Gethsemane angesichts des Todes betete: „Vater, nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!" — so sollten auch wir in ähnlichen, von dem Herrn bereiteten Lagen, ja, allezeit uns selbst verleugnen, unsere Neigungen und Wünsche opfern und demütig sein vor unserm Gott. Vas 86. Jahresfeft der L. J.-M. wurde am 3. und Mai in gewohnter Weise gefeiert. Als Festprediger trat diesmal der Erzbischof von Dublin auf. In Exeter Hall führte der Präsident der Gesellschaft, Sir John Kennaway, den Vorsitz. Auf seine Eröffnungsansprache folgte eine Rede des Archidiakonus von London, Vr. Sinclair. Später ergriffen zwei Missionare das Wort: Segall und Norollah. Aus ihren Berichten wollen wir einiges hervorheben. Der erstere arbeitet feit 5 % Jahren in Damaskus. Die von ihm begründete Schule pflanzt in die Herzen mancher Iudenkinder christliche Wahrheiten. Einmal wurde der Vater zweier seiner Schüler von einem Rabbiner besucht. Da hörte der letztere, wie die Kinder Gebete aus dem ins Arabische übersetzten anglikanischen Gebetbuch hersagten. Entsetzt hierüber, verlangte er, daß die beiden sofort aus der Schule entfernt würden. Aber feine Forderung wurde nicht erfüllt. Der Vater der Kinder hatte wahrgenommen, daß der Schulbesuch ihr Betragen zu Hause günstig beeinflußte und besonders ihre Ehrerbietung gegen die Eltern vermehrte. Eine Abendschule für Jünglinge, deren zuletzt 70 — 80 erschienen, mußte wegen Mangel an Lehrkräften wieder aufgegeben werden. Manche von den 50 Juden, welche vor etwa zwei Jahren den Missionar um Religionsunterricht baten (D. E. MZ, 2. Y6), waren frühere Schüler von ihm. Jene 50, zum teil Familienväter, kamen eine Zeitlang früh morgens und abends bei Segall zusammen. Auch der über sie und die Missionsarbeiter verhängte Bann und das Gebot der Rabbiner, vor die man sie brachte, hielt die Bewegung nicht auf. Erst als es sich herausstellte, daß die Leute

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