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Dibre Emeth · 1894-01-01 · 7 (1894) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
50 (1894)
Issue
7 (1894)
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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52 eigenen und die Aufrichtung des persischen Reiches geweiffagt. Sein Wunsch, daß dies unabwendbare Unheil doch abgewandt werden möge, gipfelte jener Sage nach in folgenden Worten: „Möchte der Feind durch die Einöde gejagt werden, wo weder Städte noch die Fußspur eines Menschen angetroffen werden, wohl aber wilde Tiere weiden und Vögel umherschweifen, während er in Felsklüften und Schluchten umherirrt!" Offenbar hat sich in dieser Sage eine Erinnerung an Nebukadnezars eigenes, schreckliches Los erhalten. Daß der himmlische Lehrmeister die Zuchtrute;u gebrauchen weiß, wenn er mit dem bloßen Worte nichts ausrichtet, lehrt die Bibel an vielen Orten. Ein erschütterndes Seitenstück zu unserm Abschnitt ist die Erzählung der Apostelgeschichte von dem Ende Merodes Agrippas I., des Mörders von Jakobus, dem Sohne des Zebedäus. Als dieser Fürst von seinen Unterthanen göttliche Ehre empfangen und den Zuruf der unterwürfigen Höflinge und anderer Schmeichler: „Das ist Gottes Stimme und nicht eines Menschen!" wohlgefällig angehört hatte, da schlug ihn alsbald der Engel des Herrn. Von Würmern gefressen, gab er seinen Geist auf. Darum irret Euch nicht! Gott läßt sich nicht spotten. Was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf fein Fleisch säet, der wird vom Fleisch das Verderben ernten. Wer nicht hören will, der muß fühlen. Liefert uns nicht die Gegenwart immer neue Beweise dafür, daß das nicht leere Worte sind, daß Gott an solchen, die seine Milde verachten, strenge Zucht ausübt? Hochmut kommt vor dem Fall. Der Fall ist so gewiß wie der Schall, den der Schlag des Hammers auf den Amboß hervorruft. Wer die Zuchtrute nicht fühlen will, der schenke der Unterweisung des Wortes Gehör und Gehorsam. 5. Für Nebukadnezar zeitigte die Schule der Demut eine süße Frucht. Das sehen wir Vs. ff- Endlich lernte er doch noch, was fein Lehrmeister so lange vergeblich ihm einzupflanzen gesucht hatte. Die Dauer der über ihn verhängten Heimsuchung war begrenzt: nach sieben Zeiten nahm sie ein Ende. Es ist ja dem Höchsten keine Freude, die Menschen zu plagen und zu betrüben. „Er betrübt wohl, aber erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte," heißt es in Jeremias Alageliedern. Der Röntg von Babel kam wieder zur Vernunft und zur Herrschaft. Und nun zeigte es sich, daß Gott mit dem siebenzeitigen Wehe seinen Zweck erreicht hatte. Jetzt liebte und übte Nebukadnezar die Tugend der Demut. Jetzt pries er mündlich und schriftlich den einigen, wahren Gott, der ewiglich lebt, dessen Reich für und für währt, dessen Thun Wahrheit ist, dessen Wege recht sind, und der die Stolzen demütigen kann. Lobgesänge zu Ehren dieses Gottes (etwa in der Art von Jes. \2, H hörte man jetzt in den Räumen des Palastes, in denen früher nur die nichtige Größe des Menschen verherrlicht worden war. Gerne geben wir uns dem Gedanken hin, daß der Lebensabend Nebukadnezars bis zu Ende dem Dienste Jehovahs geweiht war. Mit Vs. klingt die Geschichte dieses von Gott so wunderbar geführten Fürsten lieblich aus. Ebenso wie er, hat nach dem 2. Buch der Lhronika Manasse, derjüdische

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