Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1894-01-01 · 6 (1894) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
50 (1894)
Issue
6 (1894)
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2554541-2555074-2555080--09371-2565521
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

<{€ 3nt 5. Jahrhundert entstand eine lateinische Nachbildung der obengenannten Aristoschen „Streitrede". Der Christ heißt hier Theophilus, der Jude Simon. Verfasser soll der gallische Mönch oder Priester Evagrius gewesen sein. Das Gespräch endet mit einem Dankgebet des von Theophilus getauften Simon. Auch eine Augustin zugeschriebene, aber erst später verfaßte „Streitrede zwischen Airche und Synagoge," sowie das griechische „Gespräch eines Christen (Timotheus) und eines Juden (Aquila)" legen der christlichen Lehre den Sieg bei. Philippus Sidetes teilt ein zwischen Christen, Juden und Heiden in Persien abgehaltenes Religionsgespräch mit. Die Disputation des Bischofs Gregentius von Taphra mit den» 3uden Herbanus soll 5^0 in Arabien stattgefunden haben. Ausgezeichnet wurde sie erst lange darnach. In diesem Falle führte angeblich eine Erscheinung des Heilandes den Sieg über das Judentum herbei. Am Anfang des achten Jahrhunderts entstand in Egypten die „Gegenrede der Juden Papiskus und philo gegen einen Mönch", am Ende des Jahrhunderts die kleine „Unterredung mit einem Juden" aus der Feder des Bischofs Theodoros Abukara. Eine in ihren: ersten Teil fast wörtliche Wiedergabe der eben erwähnten „Gegenrede" ist die im neunten Jahrhundert von dem byzantinischen Abt Anastasius geschriebene „Unterredung mit Juden". Der abendländischen Airche des Mittelalters gehörten u. a. folgende Bearbeiter der uns beschäftigenden Litteraturgattung an: Peter Damiani, Abt Gislebert Crispinus von Westminster, Gilliebert, Bischof Odo von Cambray, Abt Rupert von Deuz, Abt Hermann von Scheda, ein Iudenchrist, der eine vor seiner Bekehrung mit Rupert geführte Disputation aufzeichnete. Abälard (f (^2) schildert einen Traum, in welchem ein Jude mit einem heidnischen Philosophen und dieser mit einem Christen disputiert. Doch blieb seine Arbeit unvollendet. Ferner sind hier zu nennen: der proselyt Peter Alfonsus und Walther von Chatillon. Am bekanntesten ist der spanische Iudenchrist Paul von Burgos (f (-(35) wegen seiner „Durchforschung der Schriften". In der morgenländischen Airche schrieben Andronikus Aomnenus und der Patriarch Gennadius von Aonstantinopel Religionsgespräche mit Juden. Aus dem Jahrhundert der Reformation besitzen wir eine Verteidigung des Christentums gegen jüdische und muhammedanische Angriffe von Vives, einem spanischen Humanisten (1' (5^0). Sebastian Münster gab eine „Disputation zwischen einem Juden und einem Christen über den Messias" in hebräischer und lateinischer Sprache heraus. Michael Aromer, Pastor zu Aunitz, veröffentlichte eine Unterredung mit Rabbi Jakob von Brucks. Bernardino Ochino widerlegte in dem zweiten seiner (563 erschienenen 30 Dialoge die jüdischen Zweifel an der Messianität Jesu. Im (7. und (8. Jahrhundert versuchten sich der Wittenberger Professor Wolfgang Franz und der Benediktiner Jean Martianay

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.