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Dibre Emeth · 1894-01-01 · 6 (1894) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
50 (1894)
Issue
6 (1894)
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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dauern. 3« einem Hause des Iudenviertels traf er mit dem Oberrabbiner und den Gemeindeältesten zusammen und sprach mit ihnen über den Versöhnungstag. Das Beisammensein dauerte von Uhr nachmittags bis s0'/, Uhr nachts. Nihavend steht unter dem Gouverneur von Dauletabad, so daß auch die dortigen Juden, deren Zahl 800 beträgt, und denen zwei große Synagogen gehören, keine Verfolgungen zu erleiden haben. Vor einigen Jahren wurde in dieser Stadt ein Grab entdeckt, dessen Inschrift es als dasjenige Uedorlaomers, des Aönigs von Elam, bezeichnet. 3™ Norden von Nihavend liegt das angebliche Grab des Propheten Hofea, ein Wallfahrtsort, der zur Zeit des Versöhnungstages von vielen Juden besucht wird. In Tuisirkan, wo N. in einer jüdischen Herberge wohnen durste, zeigt man das Grab Habakuks. Auch hier haben sich viele Juden der Babsekte angeschlossen. Am 20. September langte der Missionar wieder in Hamadan an Religionsgespräche zwischen Christen und Israeliten im christlichen Schrifttum. Das älteste nachbiblische Beispiel eines solchen ist die von Aristo von pella, dem Geschichtsschreiber des Aufstandes von Barkochba, verfaßte „Streitrede zwischen Jason und Papiskus über Christus". Diese griechische Schrift, welche schließlich den Sieg des Christen Jason über seinen jüdischen Gegner schilderte, ist jedoch verloren gegangen. Um s50 schrieb der Märtyrer Justin von Sichem fein zu Ephesus i. I. J35 (nach Hadrians Urieg gegen Barkochba) stattgefundenes „Gespräch mit dem Juden Tryphon" nieder. Wahrscheinlich ist Rabbi Tarphon gemeint, der lange in Lydda und Iabne lehrte und um \35 noch am Leben war. Sein Haß gegen die Lehre der Christen (der Minim) gab sich u. a. darin kund, daß er ihre heiligen Schriften, besonders die Evangelien, verbrennen wollte, obwohl sie den Namen Gottes enthielten. Denselben Haß offenbart auch Tryphon, obwohl die Person seines christlichen Gegners ihm Achtung abnötigt. Erläßt sich von der Wahrheit des Evangeliums nicht überzeugen, und es bleibt Justin endlich nichts übrig, als ihn im Gebet der Gnade des Gottes zu empfehlen, der auch Widerstrebende bekehren kan». Das Gespräch behandelt in den beiden ersten Hauptteilen die Weissagungen des Gesetzes und der Propheten von dem neuen Bunde und seinem Begründer, dem ewigen Gottessohn, der als Sohn einer Jungfrau in die Zeit eintreten, am Areuze sterben und so den Fluch der Menschen auf sich nehmen, endlich aber auferstehen sollte. Im dritten Teil ist von dem wahren Gottesvolk die Rede, als welches die Christenheit bezeichnet wird. Tertullians Schrift „gegen die Juden" geht von einer religiösen Unterredung zwischen einem Aarthagischen Christen und einem Juden aus, ist aber nicht in Gesprächsform abgefaßt.

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