Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 6 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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die Sache einen guten Verlauf, und N. konnte bis zun» 5. September bei seinen Freunden bleiben. Auf der Rückreise nach Hamadan berührte er zuerst Rhonsar, wo er schon MO einige Tage zugebracht hatte. Die dortigen Juden erkannten ihn wieder. Einige kamen zu ihm und baten um heilige Schriften. In einem jüdischen Jjattfe sprach N. vor einer männlichen und weiblichen Zuhörerschaft über die von Thristo vollbrachte Versöhnung. Die Juden von Ahonsar, etwa 200 an der Zahl, besitzen zwei Synagogen. Sie sind vielen Verfolgungen ausgesetzt. Die meisten ernähren sich kümmerlich. Im Iudenviertel von Gulpaigan fand der Missionar außer den Einheimischen manche, die aus den umliegenden Dörfern dorthin gekommen waren, um das jüdische Neujahrsfest mitzufeiern. N. machte viele Besuche. Der Hauptgegenstand, welcher in den Gesprächen mit den Juden dieses Ortes behandelt wurde, war die Vergebung der Sünden durch das Blut des Lammes Gottes, welches der Welt Sünde hinwegnimmt. Der Rabbiner ist ein Babi oder Babist, d. h. ein Anhänger der pantheistischen Lehren jenes Muhammed Ali von Schiras, der sich Bab oder Pforte (der Erkenntnis) nannte. Auch sonst hat diese vor 50 Jahren entstandene, sittenstrenge, muhammedanische Sekte in der jüdischen Gemeinde von Gulpaigan Wurzeln geschlagen. Den (2. September verlebte N. in Rumain, der Hauptstadt der Provinz Aamareh. Gegen Sonnenuntergang lud er die ansässigen 25 Juden zu sich ein und hielt mit ihnen einen förmlichen Gottesdienst ab. Die Zuhörer widersprachen nicht, als er ihnen verkündigte, daß der Messias, und zwar in der Person Jesu, erschienen sei. Vielmehr nahmen sie, wie N. selbst berichtet, „mit frohem Herzen" von ihm Abschied. Auch in Sultanabad, der 35 000 Einwohner zählenden Hauptstadt der Provinz Irak, einer der schönsten Städte Persiens, leben nur 25—30 Juden. Es sind Händler, die von auswärts stammen und gemeinsam eine Herberge bewohnen, in der sie sich eine Betstube eingerichtet haben. N. war einige Stunden mit ihnen zusammen und fand die freundlichste Aufnahme. In der Nähe von Sultanabad liegt die jüdische Aolonie Senijar, die aus (00 Familien besteht. Die Leute erfreuen sich einer guten Behandlung von seiten der Perser. In diesem Teil des Landes werden die besten Teppiche angefertigt. Am (7. September traf der Reisende in Burujird ein, einer Stadt von etwa 30 000 Einwohnern, darunter 500 Juden. N. suchte den Mann auf, den er in Dauletabad kennen gelernt hatte, und fand ihn zu Hause. Auf die Runde von der Ankunft des Missionars kamen viele Bewohner des Iudenviertels zu ihm. Nachdem er drei Stunden mit ihnen geredet, auch einige der vorhandenen 23 jüdischen Läden und die geräumige Synagoge besucht hatte, setzte er noch an demselben Tage seine Reise fort. In Nihavend, der nächsten Haltestelle, verweigerte man ihm die Aufnahme in die jüdische Herberge, als man erfuhr, daß er ein Missionar war. Mit Mühe fand er ein Unterkommen bei Muhamme-