Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 6 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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53_ Gewissen nach seiner eigenen Erklärung „in Gottes Wort gefangen" war, und zwar in dem Gotteswort, welches die Bibel enthält. Leben wir alle uns recht ein in das Buch der Bücher! Das wäre die schönste Feier des fSOOjährigen Jubiläums des Aanons von hippo. Eine Missionsreije durch Persien. Miss. Norollah, der Vertreter der £. I.-M. in Persien, unternahni am \2. August v. I. eine Reise von hamadan nach Ispahan, die ihnl nmnche Gelegenheit bot, sein Amt auszuüben. Den ersten längeren Aufenthalt nahin er in Dauletabad, der Hauptstadt der Provinz Malajer. hier leben 50 wohlhabende Juden unter 25 000 Muhammedanern. Sie sind Droguisten und Arzte. Der Gouverneur, der Sohn eines zum Islam übergetretenen Juden, ist ihnen wohlgesinnt. N. predigte den gekreuzigten Christus einer größeren Anzahl in der Herberge, in welcher er abgestiegen war. Außerdem besuchte er zwei von den vier Häusern, deren Besitzer Juden sind. In dem einen traf er einen Juden von Burujird, der ihn bat, seiner..heimat einen Besuch abzustatten. Uber Astaneh, wo der Missionar einer Versammlung von fünfundzwanzig persiern auf ihren Wunsch die Grundzüge der christlichen Religion darlegte, gelangte er nach Imam Zadeh hasem. hier hatte er eine dreistündige Unterredung mit zwei Juden, von denen der eine, ein Arzt, wissen wollte, was die Christen von Jesu von Nazareth sagen. N. erklärte: „Sie glauben, daß Jesus der verheißene Messias ist, der Sohn Davids, vom Samen Abrahams, in welchem alle Geschlechter der Erde gesegnet werden sollten. Er erschien vor der Zerstörung des zweiten Tempels und wurde um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe lag auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt." Der Arzt fragte nun: „Ist der Uönig Messias gekommen?" Als diese Frage besaht wurde, rief er: „warum sagen uns denn unsere Rabbiner nichts von seinem Erscheinen?" Die Antwort lautete: „wegen der härtigkeit ihrer Herzen haben sie bis heute das j-üdische Volk in der Finsternis erhalten." Da sagte der Arzt: „Möge Gott sich unser erbarmen und unsere Sünden vergeben!" Der Missionar erwiderte: „wenn Ihr im Namen Jesu, des verheißenen Messias, betet, wird Gott Euch erhören." Am 2%. August erreichte N. das Lager des Prinzen Zil Es Sultan. Derselbe erteilte ihm die Erlaubnis zu einem Besuch von Ispahan, von wo der Missionar früher ausgewiesen worden war. Dieser hatte daher am nächsten Tage die Freude, die dortigen Missionszöglinge wiederzusehen. Raum hatten aber die Juden von Ispahan von N.'s Rückkehr gehört, als sie sich bei dem ersten Mollah, dem muhammedanischen Oberpriester, hierüber beschwerten. Auf Betreiben des letzteren ließ ihn der Stellvertreter des Gouverneurs vorladen. Dank dem Eingreifen des britischen Konsuls nahm jedoch