Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 6 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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42 man seit Tertullian von den beiden hauptteilen der Bibel als von dem A. und N. C. Doch brachte derselbe Theologe neben dem Wort „Testamentum“ auch den Ausdruck „Instrumentum“ auf. Auf die Borgeschichte des Aanons von hippo lassen wir seine Nachgeschichte folgen. Sie beginnt mit der Bestätigung der Aufstellungen des Jahres 393 auf dem dritten Aarthagischen Aonzil 39". (Aus, den Protokollen des letzteren lassen sich die mit Ausnahme der Überschrift verloren gegangenen Akten der Synode von hippo in der Hauptsache wiederherstellen.) Eine weitere Bestätigung erfuhr der Aanon von hippo durch die ebenfalls nach Aarthago einberufene Airchenversammlung von ^(9. Zuvor hatte sich schon der römische Bischof Innocenz I. in einem Schreiben an den Bischof von Toulouse mit unserm Aanon einverstanden erklärt. Dieser blieb nun während des Mittelalters unangefochten. Erst die Reformation brachte eine Änderung. Indem sie die Bibel aus der päpstlichen Airche herübernahm, stempelte sie die Apokryphen, welche unter dem Einfluß der alten griechischen Übersetzung des A. T. (der LXX) und unter dem Widerspruch des gelehrten Hieronymus (f $20) mit den eigentlichen biblischen Büchern vereinigt worden waren, als ungleichartige Zuthaten. Die reformierte Aonfession ging hierbei noch über die lutherische hinaus und verbannte die Apokryphen ganz aus der Sammlung der heiligen Schriften. Eine viel weiter gehende Aritik wird seit etwa (50 Jahren am Aanon von hippo geübt. Manche Gelehrte und Üngelehrte machen seither die Bibel zu einem Tummelplatz für ihre willkürlichen Behauptungen. Dies frivole Treiben stellt u. a. die Abhandlung „Der Römerbrief beurteilt und gevierteilt" an den Pranger. Mit den sog. „gesicherten Ergebnissen der Wissenschaft" sieht es kläglich aus, wenn man sie mit Besonnenheit prüft. Es ist namentlich bis jetzt nicht gelungen, den Beweis dafür zu erbringen, daß die Väter von hippo im Irrtum waren, wenn sie auf Grund sorgfältiger Forschungen 27 Schriften als Urkunden der apostolischen Airche betrachteten und ihnen die Würde des zweiten Hauptteiles der Bibel beilegten. Zahlreiche äußere Zeugen treten für die Echtheit der neutestamentlichen Schriften ein. Außerdem sind hierfür innere Gründe vorhanden. Durch das N. T. aber wird auch das A. T. gestützt. So dürfen wir denn festhalten, daß die Bibel „die heilige Schrift" ist, und daß sie es deshalb verdient, immer weiter verbreitet zu werden. Die vorreformatorische Airche that in letzterer Einsicht wenig. Die Bemühungen von Männern wie Waldus und Wyclif stehen vereinzelt da. Durch die Reformation wurde der Aanon von hippo in der Thristenheit erst recht zur Geltung gebracht. Die Bibel erschien in den verschiedensten Sprachen und hielt einen wahren Siegeszug durch die Menschheit, heute zählt man 386 Bibelspxachen, und unsere Bibel- und Missionsgesellschaften bemühen sich, der heiligen Schrift einen immer größeren Wirkungskreis zu verschaffen. Wer ein Schüler der Bibel geworden ist, der wird von ihr nicht nur seines heiles gewiß, sondern auch tüchtig gemacht, andern das heil zu vermitteln. Man denke an Deutschlands größten Reformator, dessen