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Dibre Emeth · 1894-01-01 · 5 (1894) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
50 (1894)
Issue
5 (1894)
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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59 über Beleidigungen entgegen, die mit der Zugehörigkeit zum Judentum Zusammenhängen. Lin neu entstandener Verein will auch in Berlin jüdische Krankenpflegerinnen ausbilden (vgl. „D. L." *894, 5. (6). von dem Mannheimer'fchen Ehepaar, welches schon j88o eine Altersversorgungsanstalt stiftete, erhielt die jüdische Gemeinde eine halbe Million Mark zur Errichtung eines zweiten derartigen Dauses. Der Geh. Medicinalrat Lohn hinterließ 400 000 Mk. zur Ausbildung von jüdischen Handwerkslehrlingen mit der Bestimmung, daß die mit den Zinsen Unterstützten nur am Neujahrs- und versöhnungstage von der Arbeit entbunden werden. In einer Sitzung der Gemeindevertreter wurden 6 Stimmen gegen, \5 für die Annahme dieses Legates abgegeben. Die Mehrzahl meinte, eine Sabbathruhe sei heutzutage für den späteren selbständigen Handwerker doch unmöglich. — Mit der Religionsschule der Synagogengemeinde zu Königsberg i. p. ist ein Bekleidungsverein für arme Zöglinge verbunden. Unter den Mitgliedern befinden sich auch Christen, u. a. ein Graf zu Dohna. — Das der Breslauer Synagogengemeinde zugefallene I. Bruck'sche Erbe (etwa 36 000 Mk.) soll zur Errichtung einer Heimstätte für erwerbsunfähig gewordene jüdische Lehrerinnen dienen. — In Rybnick wurde ein israelitisches Waisenhaus für Oberschlesien eingeweiht. — An die Stelle des am J8. Oktober v. I. im Alter von 8j ^a^ven verstorbenen Stuttgarter Rabbiners Dr. Wassermann trat Dr. Kroner, bisher Seminardirektor in Hannover. — In Baden wurde eine jüdische Synode begründet, die neben dem schon bestehenden Oberrat als „Organ der kirchlichen Gesamtheit der Israeliten" dienen soll. Baden ging einst (*809) auch in der Ordnung der bürgerlichen Verhältnisse der Juden den übrigen deutschen Staaten voran. — Am 28. Dezember fftarb in Wien Rabbiner Iellinek, der hier seit (856 gewirkt hatte. Der an der Spitze des wiener Vereins zur Bekämpfung des Antisemitismus stehende Baron Leitenberger, ein Christ, spendet alljährlich große Summen für diesen Zweck. Namentlich wird die Zeitschrift des Vereins („Freies Blatt") von ihm erhalten. — Die Krakauer Stiftung von Baron pirsch trat wieder in Thätigkeit. Sie zahlt monatlich 5000 Gulden aus. — Am 29. Januar starb der Beizer Wunderrabbi, Iosua Rokeach. — In der Schweiz entstand eine Vereinigung freisinniger Israeliten. Sie bezweckt, „dem religiösen und sozialen Krebsgang entgegenzuarbeiten." — Der jetzige italienische Finanzminister, Sonnino, ist ein zum Protestantismus übergetretener Jude. Auch einer seiner Vorgänger, Luzzeti, war Jude. — In Petersburg wurde eine in maurischem Stile erbaute Synagoge eingeweiht, an welcher man über ein viertel Jahrhundert gearbeitet hatte. Auf die Linweihungsfeier folgte eine Totenmesse (!) für Kaiser Alexander II. Die kleinen Bethäuser der Stadt dürfen nicht mehr benutzt werden. —- Durch eine Verordnung des Zaren wurde die Ausweisung der Juden aus einzelnen ^Gouvernements bis zum Juni (895 verschoben. Die betreffenden Generalgouverneure wurden gleichzeitig ermächtigt, in besonderen, der Berücksichtigung werten Fällen oder bei Personen, welche das 70. Lebensjahr überschritten haben, den Termin noch weiter hinauszuschieben. — Im Gouvernement Astrachan und im Kaukasus breitet sich die judaisierende Sekte der „Ssubbotniki" oder Sabbathheiligen aus... Ihre Mitglieder sehen das A. T. als die einzige göttliche Offenbarung an. Ähnliche Bewegungen zeigen sich auch in andern Teilen Rußlands. — Die kürzlich gegründete jüdische Gemeinde in Lhristiania, die erste Norwegens, zählt etwa joo Mitglieder. Sie besitzt einen eigenen Lriedhof. — In Dänemark, wo 4070 Israeliten leben, bilden die jüdischen ebenso wie die reformierten und katholischen Gemeinden „anerkannte Religionsgemeinschaften." Die Amtshandlungen der Rabbiner haben bürgerliche Geltung. In der lutherischen Volkskirche trat eine Abneigung gegen das A. T. zu Tage. *893 wurde auf einer kirchlichen Versammlung behauptet, man verliere nichts, wenn dasselbe aus predigt und Iugendnnterricht ganz weggelassen werde. Etwa ^0 Prediger petitionierten um Abschaffung des hebräischen Sprachstudiums an der Universität, da es genüge, das A. T. dänisch zu lesen. — In London wurde ein Knabe Tage nach seinem Tode beschnitten. Der Vater des Kindes, ein Lhristenfreund, hatte die Beschneidung desselben verhindert. Als es gestorben war, wollte die Mutter nicht zugeben, daß es auf einem nichtjüdischen Friedhof bestattet würde. Die jüdische Gemeinde aber weigerte sich, den ihrigen für die Beerdigung des nnbeschnittenen Knaben zu öffnen. Endlich willigte der Vater ein, daß die Beschneidung nachträglich vollzogen wurde. Jetzt stand der jüdischen Leichenfeier nichts mehr im Wege. — wie in London, so

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