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Dibre Emeth · 1894-01-01 · 5 (1894) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
50 (1894)
Issue
5 (1894)
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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_38 __ Gemeinde vor dem Herrn der Welt niederfallen und ihn also anbeten: „HGrr, Du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft. Denn Du hast alle Dinge geschaffen, und durch Deinen Willen haben sie das Wesen und sind geschaffen." Wir fügen noch hinzu: „Du hast uns erlöst, und durch Deinen eingeborenen Lohn sind wir neue Kreaturen geworden. Du hast uns geheiligt, und durch Deinen Geist, des Lohnes Stellvertreter, wird das Grlösungswerk auf Grden und auch an uns fortgeführt und vollendet." In der Christenheit hat sich feit dem Jahrhundert die Feier eines besonderen Dreieinigkeitsfestes eingebürgert. Dieser Tag lädt dazu ein, die Größe Gottes zu bedenken, namentlich aber die Offenbarungen derselben, um derentwillen wir Weihnachten, Ostern und Pfingsten feiern, in einem Gesamtbilde ins Auge zu fassen und für diese Offenbarungen Dank zu opfern. Gott lasse bald die Zeit kommen, in welcher auch dem Volke Israel die Augen für jenen erhabenen Anblick und die Lippen für den Iubelruf geöffnet werden: „Ehre sei dem Vater und dem Lohne und dem heiligen Geiste I" _ Zu Psalm 119. Kurz vor dem Pfingstfest des Jahres J600 traf tu Elberfeld ein Schreiben der herzoglichen Regierung zu Düsseldorf ein, durch welches die refortnierte Gemeinde daselbst in große Aufregung versetzt wurde. Sie sollte nätnlich ihren Prediger, Johann Kalmann, entlassen und einen päpstlichen Kirchendiener annehmen. Man wandte sich alsbald mit Bittgesuchen an die Räte, den Landtag und die Herzogin Antoinette. Aber alle Bemühungen, die Zurücknahme jenes Befehls herbeizuführen, waren vergeblich. So kam der Tag, an welchem der letzte evangelische Gottesdienst stattfinden und die Kirche geräumt werden sollte. Am Morgen des Tages ging noch einmal eine Abordnung nach Düsseldorf. Aber Stunde um Stunde verfloß, ohne daß man sie wiedersah. Die Gemeinde versammelte sich in der Kirche, während schon die Jesuiten mit ihren Dienern und Soldaten bereitstanden, um von derselben Besitz zu ergreifen. Rach der predigt ließ Kalmann, um die Zeit möglichst lange auszudehnen, den ^9. Psalm nach der Bereimung von Lobwasser singen, in welcher er 88 Strophen zählt. Noch hatte man ihn nicht ganz zu Ende gesungen, da kehrten die Boten mit der frohen Nachricht zurück, daß Gott das Flehen seiner Kinder erhört, und daß die Regierung die Erhaltung des reformierten Gottesdienstes in Elberfeld genehmigt habe. So mußten die Feinde beschämt abziehen, während die Gemeinde mit dem Preise des Gottes auseinanderging, bei dem sie in ihrer Not Lsilfe und Trost erlangt hatte. Jüdische tzyronik. An der Universität Berlin besteht ein am 9. November *893 von etwa 20 jüdischen Studenten gegründeter verein zum Studium der hebräischen Bibel. Im Winterhalbjahr wurde dasselbe in den wöchentlichen Zusammenkünften der beiden Abteilungen, die der verein gebildet hat, fleißig betrieben. Zweimal hielt man einen Vortragsabend ab. — Am 26. Dezember übernahm Dr. M. Schreiner, früher Professor am Lehrerseminar in Budapest, den durch den Tod von Dr. David Lasse! erledigten Lehrstuhl der Berliner Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums. In der Rede, mit welcher ihn Professor Lazarus, der Vorsitzende des Kuratoriums, in sein Amt einführte, wurde der neue Dozent aufgefordert, dazu beizutragen, daß der Verwilderung im religiösen Leben des Judentums gesteuert werde. Das Volk des Gesetzes sei zum Volk der Gesetzlosigkeit geworden. Die Frage:„was ist das Judentum, und was soll es für die Zukunft sein?" harre noch immer ihrer Lösung. Am 30. Dezember hielt der gegen 500 Mitglieder zählende^verein für jüdische Geschichte und Litteratur seine Generalversammlung ab. An demselben Tage fand die erste Hauptversammlung des Lentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens statt. Ein von diesem Verein errichtetes Rechtsschutzbureau nimmt Beschwerden

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