Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 5 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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35 Die Größe Gottes nach Röm. 11, 33—36. Gottes Größe offenbart sich in den Wundern der Weltregierung. Unergründlich tief ist sein Reichtum. Paulus denkt bei diesem Wort nicht sowohl daran, daß alles, was unter dem Fimmel ist, Gott gehört: er hat vielmehr die Liebe, insonderheit das unendliche Erbarmen des Ewigen gegen die Sünderwelt, im Auge. Gott ist reich über alle, die ihn anrufen. Wer seinen Namen anruft, wird selig. (Röm. (0, \2 f.) Nirgends zeigt sich Gottes Reichtum so herrlich wie in dem Plan der Wiederherstellung Israels. Unsere Verse stehen am Schluß der drei Kapitel, in welchen der Apostel das Verhalten dieses Volkes gegenüber dem Evangelium ans Licht stellt. Obwohl es durch seinen Unglauben, durch die Verwerfung des Messias, Gott aufs tiefste betrübte, obwohl es den Widerspruch der Väter immer noch erneuert, soll es einst wieder angenommen werden. Gott hat alles beschlossen unter den Unglauben, auf daß er sich aller erbarme. Endlich aber soll mit der Menschheit auch die ganze Natur dem Verderben entrissen und zur Teilnahme an der herrlichen Freiheit der Gotteskinder gebracht werden. (Röm 8, 2h) Wahrlich, gnädig und barmherzig ist der HErr, geduldig und von großer Gnade und Treue! Nicht weniger tief ist feine Weisheit. Als der Alleinweise richtet er alles aufs beste ein und sorgt dafür, daß seine Gedanken zur festgesetzten Zeit verwirklicht werden. Seine Weisheit giebt sich kund in der Schöpfung und Erhaltung der Welt (ps. (0<Ö, noch mehr aber in der Leitung des einzelnen Menschen und in der.. Erziehung der Völker: also in der Natur und in der Geschichte. Äußerungen der Weisheit, welche die Sünder zur Gnade, die Verlorenen auf den rechten Weg und zum rechten Ziele führt, bietet die heilige Schrift in reicher Fülle dar. In die Tiefe der göttlichen Regierungsweisheit lassen uns besonders die Berufung Abrahams, die Sendung Moses, die Erscheinung IEsu Lhristi und die Ausgießung seines Geistes hinabblicken. Paulus erwähnt noch die Tiefe der Erkenntnis Gottes. Der Ewige ist der Herzenskündiger. Er weiß, was in dem Menschen ist. Gute und böse Gedanken liegen unverhüllt vor ihm. Es ist kein Wort auf unserer Zunge, von dem er nicht Kenntnis hätte. Kein Werk, das unsere Hand vollbringt, bleibt ihm verborgen. Gott läßt sich weder durch einen frommen noch durch einen unfrommen Schein blenden. Sein Urteil kann niemand irreführen. Aber der Mensch bildet nur einen einzelnen und untergeordneten Gegenstand der göttlichen Erkenntnis. Diese umfaßt die gesamte sichtbare ebenso wie die uns unsichtbare Welt. Schon David wußte, daß das Erkenntnisvermögen des höchsten in jeder Hinsicht unbegrenzt ist. (Ps. isZß.) 2. Gottes Größe spiegelt sich wieder in der Schwachheit der Menschenkinder. Im letzten Grunde ist uns sein Walten unbegreiflich. Seine Gerichte und Wege gehen über unser Denken weit hinaus. Auch der