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Dibre Emeth · 1894-01-01 · 4 (1894) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
50 (1894)
Issue
4 (1894)
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Volk" endlich zu erlangen hofft, das verheißt ihm der Geist des HErrn auf eine so feierliche Weise und in so bestimmten Ausdrücken, daß ich das nicht für ein eitles Hirngespinst halten kann. Ich finde, daß dies der Herrschaft unseres HLrrn so wenig widerstreitet, daß es ihr vielmehr dienstbar ist. Auch war dies nach Hieronymus die Meinung einiger alter Lehrer." Tapito hat hier die Wiederaufrichtung des Reiches Israel (Apg. f, 6) im Auge, für die er auch in seinen Bibelerklärungen eine Lanze bricht. Leine Teilnahme an dem Lose der Nachkommen Jakobs gab sich ferner darin kund, daß er \529 einen Aufsatz über die Bestattungsweise der deutschen Juden niederschrieb. Sollte diese judenfreundliche Gesinnung keinen Einfluß ausgeübt haben auf den Mann von Tournay, der jahrelang an Tapitos Tisch essen durfte? Außerdem trat ihm in Butzer, dem Amtsgenossen Tapitos, ein Freund Israels entgegen. Litteratur. <L Schmidt, Gerard Roussel, predicateur de la r. Marg\ de Navarre (1845). <£. Stricker, I. Calvin als erster Pfarrer der ref. Gemeinde zu Straßburg (^890). A. L. Herminjard, Correspondance des Reformateurs, T. I et II. (1866). 3. w. Baum, Capito und Butzer (*86o). — Der verehrte Herausgeber der „Oorrespondauee" hat mich durch briefliche Mitteilungen über S. R. zu besonderem Dank verpflichtet. Zu Kioö 2, 10. Der persische weise Lokman aß als Sklave eines reichen Herrn eines Tages eine bittere Melone, welche dieser ihm vorgesetzt hatte. „wie konntest Du eine so schlechte Frucht genießen?" fragte ihn sein Herr. Lokman antwortete: „Ich habe schon so viele Wohlthaten von Dir empfangen, daß ich ganz wohl auch einmal eine bittere Frucht essen kann." Diese Antwort rührte den Herrn so, daß er dem Sklaven die Freiheit schenkte. Zum Nachdenken. 1. Die zu Gott beten und nicht Augen und Herz auf Christum lenken, sind im Irrtum und gelangen nicht zu Gott. Gott will sich nicht anders suchen und finden lassen denn in Christo, unserm Gnadenstuhl. — Luther. 2. Ls ist nicht ohne die besondere Vorsehung Gottes geschehen, daß die erhabenen Geheimnisse des Himmelreiches zum großen Teil, in der Hülle niedriger und verachteter Worte vorgetragen wurden, wenn sie in glänzender Beredsamkeit prangen würden, könnten die Ungläubigen sagen, darin wohne ihre Kraft. Jetzt erweckt diese ungeschminkte, ja, fast rohe Einfalt größere Ehrfurcht als irgend eine Kunst der Redner. Muß man hieraus nicht schließen, daß der heiligen Schrift eine Kraft der Wahrheit innewohnt, die zu mächtig. ist, um des Schmuckes der Worte zu bedürfen? Die Wahrheit wird über allen Zweifel erhoben, wenn sie nicht auf fremden Stützen ruht, sondern mit dem eigenen Halte sich begnügt, wie sehr solche Kraft der Schrift eigen ist, erhellt daraus, daß von allen, wenn auch noch so kunstreich abgefaßten Schriften der Menschen nicht eine einzige uns so zu ergreifen vermag. Lies Demosthenes oder Cicero, Plato, Aristoteles oder irgendwelche andere der Art: wundersam, das gebe ich zu, werden sie dich anlocken, ergötzen, erschüttern, entzücken, aber wenn du von da zu dem heiligen Buche dich wendest, so wird es dich, du magst wollen oder nicht, so lebendig ergreifen, so dein Herz durchdringen, so in deinem Marke wohnen, daß vor diesem gewaltigen Gefühl jene Kraft der Redner und Weltweisen fast verschwindet, hieraus geht hervor, daß ein göttlicher brauch die heiligen Schriften erfüllen muß, wodurch sie alle menschliche Kunst und Gaben bei weitem übertreffen. — Calvin.

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