Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 4 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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32 Kleine WWonszeltrmg. In Lübeck starb am 26. Dez. v. I. im 8z. Lebensjahre unser treuer Freund I. XX. Ladaro. Könnte doch das Wort, an welchem sich die Hinterbliebenen aufrichteten, seine tröstende Kraft an allen Leidtragenden offenbaren! „Zuflucht ist bei dem alten Gott und unter den ewigen Armen" (5. Mose 33, 27). Der Missionseifer der reformierten Gemeinde, deren Mitglied der Entschlafene war, ist immer noch rege. In der von P. Deiß herausgegebenen „60. Nachricht" werden erfreuliche Beweise hierfür mitgeteilt. Bezüglich der Frage nach dem Erfolg der vielen Christen mißliebigen Iudenmission sagt der Bericht: „Der Erfolg steht in Gottes Hand. Wir haben uns zu bemühen, Gottes willen zu thun". — Der „Schlesische Verein von Freunden Israels" nahm im vergangenen Jahre den Bücherboten I. G. Felger für 6 Wochen in seine Dienste. Derselbe bereiste in dieser Zeit fast die ganze Provinz und verbreitete eine große Anzahl christlicher Schriften. In M. half ihm ein Jude verkaufen, indem er ihn zu seinen Nachbarn begleitete. Ein andermal erbot sich ein christlicher Kaminfeger, den sein gefahrvoller Beruf nicht nur beten, sondern auch predigen gelehrt hat, zur Mitarbeit. Gelegentlich drohte man dem Kolporteur mit.Schlägen oder zeigte ihn bei der Polizei an. An vielen Orten hörte er von Übertritten zum Christentum. Ein Kaufmann in S. wurde durch die Feindschaft, die ihn infolge seiner Taufe traf, zum verlassen der Heimat genötigt. Er ist jetzt Beamter in Berlin. Lin Proselyt in I. bekannte: „Es ist mir leicht und wohl geworden nach der Taufe." — Zu Melitopol in Südrußland besteht eine kleine jüdische Gemeinschaft, die für die Bekehrung ihres Volkes zum Erlöser der Menschen betet. Andere Juden derselben Stadt halten den pariser Baron Hirsch für den verheißenen Messias. — In London erscheint seit Anfang *893. ein vierteljahrsblatt unter dem Namen „Jews and Christians“. Ls will namentlich jüdischen Lesern das Verhältnis des Judentums zum Christentum ins rechte Licht stellen. Herausgeber: Rev. A. Lukyn Williams. Iahrespreis 2 8h. Im Oktober v. I. entstand in London eine judenchristliche Kirchengemeinschaft. Dieselbe zählt u männliche und weibliche Mitglieder. Ihr Pastor heißt Redwood. — „Jeder Jude sollte für die christliche Kirche, welche Gottes Wort lehrt, beten", äußerte ein gebildeter jüd. Zuhörer von pred. Krönig in Hüll. Als der letztere durch eine Operation von jähriger Blindheit befreit worden war und nun zum erstenmal wieder seine Missionshalle betrat, begrüßte ihn eine große Versammlung mit dem Segensspruch des jüdischen Gebetbuchs: „Gelobet seist Du, Herr unser Gott, Du König der Welt, der Du die Augen des Blinden öffnest!" Die Leute hörten dann eine Predigt über die geistliche Blindheit (nach Jes. ^2) an. —- Aus Jerusalem schrieb uns Mitte Dez. der Inspektor des Syr. Waisenhauses, Hr. pfr. Schneller: „wir hatten diesen gerbst große Bauerei. Ls handelte sich um Herstellung eines Wohnhauses für mich und meine Familie, da es in den letzten Jahren sehr an Raum mangelte. Mit dieser Arbeit sind wir nun fertig. In diesem gerbst hatte man hierzulande durch die Influenza viel zu leiden. Schwester Charlotte war daran lebensgefährlich erkrankt, und sie erholt sich nur ganz langsam. Auch meine Eltern waren von derselben befallen. Es geht ihnen jedoch wieder ordentlich, wenn auch noch nicht gut. Auch meine Frau und ich hatten daran zu leiden. Nun hat es endlich nach langem warten geregnet, und alles atmet auf, denn die trockenen winde hatten den Gesundheitsstand ziemlich gefährdet. Mr. Lee, dessen Buch Sie erwähnen, hat ein zweites geschrieben, in dem er die hiesigen Regierungsbeamten abgebildet hat und angreift. Diese Schrift kam zur Kenntnis der Regierung, wurde konfisziert, und Mr. Lee mußte rasch das Land verlassen." — In Liberias wurde Ende Oktober das Missionshospita! fertig. \2 Kranke fanden alsbald Aufnahme, unter ihnen der Missionsgehilfe Goldenberg, der bedenklich erkrankt war und sich nur langsam wieder erholte. Anerbieten. Der Herausgeber der „D. E." ist stets bereit, Israeliten unentgeltlich in der christlichen Religion zu unterrichten. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße ^3. Verlag: Goßner'sche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Druck von 3, Mindolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.