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Dibre Emeth · 1894-01-01 · 4 (1894) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
50 (1894)
Issue
4 (1894)
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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aber von den Toten auferstanden ist! Hier finden wir Licht uiiö Trost. Als feine Jünger lernen wir das Grab anfehen als den Ruheplatz für unser sterbliches Gebein, aber auch als die Siegesstättc, an welcher er den Leichnam wieder beleben und mit der unsterblichen Seele wieder vereinigen wird. (Nach A. Steen.) Jum 1500jährigen Jubiläum -es Kanons von Hippo. Aus einem am 9. November 3(895 gehaltenen Vortrag. Wie jedes Jahr, so brachte auch das zu Ende gehetide eine Reihe von Jubiläen. Verschiedene christliche Vereine in Deutschland, desgleichen die in mancher Hinsicht mustergiltige reformierte Freikirche von Schottland erinnerten sich ihrer vor 50 fahren erfolgtetl Begründung. In Schlesien wurde an mehreren Orten das (50jährige Bestehen eines evangelischen Gotteshauses gefeiert und dabei das Andenken Friedrichs des Großen gesegnet. In Upsala begingen unsere schwedischen Glaubensbrüder das 300jährige Jubiläum jener Ständeversammlung, bei welcher sich das schwedische Volk endgiltig für die Reformation erklärte und das Augsburgische Bekenntnis annahm. Wir wollen heute noch weiter zurückschauen. Wir wollen ein Bibeljubiläum feiern, bei welchem wir das Jahr 393 der christlichen Zeitrechnung ins Auge fassen. Um die Bedeutung dieser Jahreszahl etwas ans Licht zu stellen, bemerke ich, daß in demselben Jahre die Olympischen Spiele, ein Überrest des altgriechischen Heidentums, ein Ende nahmen. Auch die Eleusinischen Mysterien gingen ihrer Auflösung entgegen. Rein Mitglied des Eumolpidengefchlechts in Athen wollte sich jetzt dazu hergeben, das Amt eines Hierophanten zu bekleiden. In Antiochien wirkte i. I. 593 als Presbyter der ausgezeichnete Johannes Ehrysoftomus, welcher vier Jahre später auf den j)atriarchenstuhl von Ronstantinopel berufen wurde. Zu Nyssa in Rappadocien finden wir jenen Bischof Gregor, welcher fick auf der zweiten ökumenischen Synode (58() durch seinen Scharf- und Tiefsinn den Beinamen „Vater der Väter" erwarb. (Die beiden andern großen Rappadocier, Basilius und Gregor von Nazianz, weilten 593 nicht mehr unter den Lebenden.) Blicken wir ins Abendland hinüber, so faß Ambrosius, Augustins geistlicher Vater, auf dem Bischofsstuhl zu Mailand. Aber noch mehr als alles dies sagt die Thatsache, daß i. I. 593 das Jahrhundert in feine letzte Iahrwoche eintrat, in welchem das Thristentum zur Staatsreligion im römischen Reiche geworden war. Der Raiser Theodosius, welcher feit einem Jahre Alleinherrscher war, machte den äußeren Sieg der Rirche über das Heidentum zu einem vollständigen. Er war es, welcher die Spiele in Olympia untersagte. Er bekämpfte auch den Arianismus. Obwohl fein Glaubenseifer nicht immer der richtige war (vgl. Joh. (8, 36), so läßt sich doch nicht bestreiten, daß der Raiser ein wahrer Ehrist sein wollte. Das letztere zeigte sich namentlich in seiner demütigen Unterwerfung unter die Rirchenzucht des Ambrosius nach dem Blutbad von Theffalonich.

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