Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 4 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2554541-2555074-2555078--09348-2565496- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. 4. 50. Jahrgang. — 1804. Inhalt: wir werden bei dem KLrrn sein allezeit. — Die Bedeutung des Grabes. — Zum volljährigen Jubiläum des Kanons von Hippo. — Simon Robert von Tournay. — Zu Hiob 2, JO. — Zum Nachdenken. — Kleine Missionszeitang. — Anerbieten. Wir werden bei dem Mrrn fein allezeit. Daheim zu sein im teuern Vaterlande Nach langer Pilgerfahrt: o, welch' ein Glück! wie herrlich ist's, wenn zu dem L)eimatsstrande Das Schiff aus weiter Lerne kam zurück! Doch unser harrt noch größ're Seligkeit: wir werden bei dem HErrn sein allezeit. Im teuern Vaterlande ist das traute, Geliebte Vaterhaus der schönste Ort. Gar manchem, der es endlich wiederschaute, Erschien es wie des Fimmels gold'ne pfort'. Doch kennt ein höh'res Gut die Christenheit: wir werden bei dem HErrn sein allezeit. O Lreude, still zu ruh'n am Vater Herzen, Das für die Rinder unablässig schlägt, Das gerne Hilfe beut für ihre Schmerzen, Mit Langmut alle ihre Schwächen trägt! Doch giebt es eins, was noch viel mehr erfreut: wir werden bei dem HErrn sein allezeit. Die Bedeutung des Grabes. £>, daß doch ein Lichtstrahl das dunkle Grab erhellte und uns zeigte, was es ist! Zwar haben Dichter diesen versuch gemacht, ja, sogar das Grab verherrlicht. Aber in Wahrheit sind sie nur bis an dasselbe gelangt und wie ein Genius mit gesenktem Haupte und umgekehrter Fackel an der Grabesthüre stehen geblieben. Die Naturwissenschaft ist noch einen Schritt weiter gegangen, aber nur, um, plötzlich zurückgescheucht, mit herabhängenden Flügeln und erloschener Lampe wieder umzukehren, hat sie doch im Grabe nur ein Beinhaus, nur Moder und Totengeruch zu entdecken vermocht. Und die Philosophie? Sie hat nur gewagt, um das Grab herumzuwandern und ängstlich hineinzublicken. Dann ist sie zurückgewichen, um leere Worte zu reden und achselzuckend zu behaupten, das Rätsel sei noch nicht gelöst, der Schleier noch nicht gelüftet. horch', da tönt uns die Freudenkunde von der gewissen Hoffnung des ewigen Lebens entgegen, von dem Heiland, der durch seinen Tod dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat, der gestorben und begraben,