Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 3 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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20 gesandt. Sie hat das von diesem vollbrachte Erlösungswerk angenommen, seinen Opfertod am Rarfreitag durch die Auferweckung des Toten am Ostermorgen besiegelt. Gott hat das goldene Szepter gegen seinen Sohn ausgestreckt und ihm nicht nur ein halbes, sondern ein ganzes Rönigreich übergeben. Nach feiner Auferstehung sprach der Erlöser: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Fimmel und auf Erden." In seinem Reiche erblüht uns nun das höchste Glück: die Gewißheit, daß Gott unsere Missethat vertilgt hat wie eine Wolke und unsere Sünde wie den Nebel, daß unsere Namen im Fimmel angeschrieben, daß wir die Gesegneten des Herrn sind, der die Welt gemacht hat. In den Synagogen wird in diesen Tagen die Rolle des Buches Esther, die Megilla, gelesen und diese Vorlesung durch Segenssprüche eingerahmt. Man freue sich aber nicht nur darüber und danke Gott nicht nur dafür, daß der Befehl zur Ausrottung der Juden zur Zeit des Ahasveros nicht vollzogen worden ist, und daß Israel noch immer als ein Zeuge der Großthaten Gottes dasteht. Man greife doch endlich auch zu jener andern Megilla, zu der Schrift, welche von der größten unter den göttlichen Großthaten berichtet, von der herrlichsten Offenbarung der Fürsorge Gottes für Israel und alle Völker der Erde. Um aber diese Schrift, das Neue Testament, verstehen zu können, muß man den Rat befolgen, welchen ein greiser Ehrist dem Philosophen Justin erteilte: „Bete, daß Dir die Thore des Lichtes aufgethan werden I Denn sie können von niemand gesehen werden, dem es nicht von Gott und seinem Ehristus gegeben wird." Aus der PesiKtha Rabbathi. Als Gott der Herr die Welt erschaffen hatte, sprach er zu dem Messias: „Willst Du meine Rinder nach 6000 Jahren erlösen?" Der Messias antwortete: „Ich will es." Da sprach-er Heilige: „Es kann dies aber nur unter der Bedingung geschehen, daß Du Leiden und Züchtigungen erträgst, um ihre Sünden zu tilgen." Wie geschrieben steht: „Fürwahr, unsere Rrankheit hat er getragen!" Der Messias antwortete: „Ich werde sie mit Freuden ertragen!" Der Heilige sprach: „Die Gerechten sollen leben, wenn Du kommst." Aber der Messias sagte: „Es fei Dein Wille, daß alle leben!" Georg Msharts Rache. In der schottischen Reformationsgeschichte wird ein ergreifender Vorfall aus dem Leben des Reformators und Märtyrers Georg Wishart erzählt. Derselbe predigte das reine Evangeliuin von der freien Gnade in der durch die Pest schwer heimgesuchten Stadt Dundee. Um an alle Bewohner zu gelangen, stellte er sich gewöhnlich zum predigen auf ein Thor der Stadt. Innerhalb des Thores füllte sich der Platz mit Leuten, die vor der Ansteckung bewahrt geblieben waren, während sich vor dem Thore Männer, Frauen und Rinder versammelten, welche durch die Rrankheit und den Tod der Ihrigen oder durch eigene