Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 3 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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..19 . der Traurigkeit saß. Während die Juden zu Susan drei Tage lang fasteten und sich vor dem Höchsten demütigten, erquickten sie sich zugleich an den Strahlen dieses Sternes und ließen sich durch dieselben zu der frohen Hoffnung erheben, daß Gott ihr Elend ansehen werde. Die jüdisch-persische Aönigin lenke unsere Blicke auf jene von himmlischem Licht umflossene Gestalt, deren Auftreten in der Welt Bileams Weissagung ankündigte: „Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Scepter aus Israel aufkommen und wird zerschmettern die Fürsten der Moabiter und verstören alle Ainder Seths." Der Messias Israels, der andere Mose, dessen Vorläufer der erste auch als ein Abglanz der göttlichen Herrlichkeit war (2. Mose ZH, 29 ff.), er und er allein sendet Licht in die dunkelste Nacht. Er bringt Ordnung in den Wirrwarr, den die Sünde angerichtet hat, und schenkt Freiheit nach der Anechtschaft, unter welcher die Sündendiener darniederliegen. Dies fein Erlösungswerk hat ihn den Tod gekostet. „Der Fluch sei auf mir, mein Sohn I Folge Du nur meiner Stimme!" So sprach Rebekka zu Jakob, als sie ihm durch einen Betrug den besten Segen seines Vaters verschaffen wollte. Wer einen Menschen zur Sünde verleitet, zieht vielmehr den Fluch auf sich und auf ihn herab. Nur Liner konnte den Fluch für andere tragen: der göttliche Messias. Gott lud unser aller Sünde auf ihn. Er sollte sein Leben zum Schuldopfer geben und den Ubelthätern gleichgerechnet werden. Jcs. 53 offenbart das Geheimnis, daß sein Tod unser Leben werden kann. And nach Joh. \7 sprach der Erlöser selbst vor Eintritt in sein Todesleiden mit Bezug auf feine eigene Person die Gebetsworte: „Du hast ihm Macht gegeben über alles Fleisch, auf daß er das ewige Leben gebe allen, die Du ihm gegeben hast." Diesem großen Mittler müssen wir also nahen, wenn wir Gottes Gnade erlangen wollen. Auf unserm dritten Bilde erscheint Ahasveros oder Terxes. Es ist derselbe Perserkönig, der im Jahre 480 v. Ehr. mit 880 000 Ariegern nach Griechenland zog. Nach seiner Rückkehr von dort trugen sich die Dinge zu, welche im Buch Esther erzählt werden. Als die Aönigin den gefährlichen Gang in den inneren Schloßhof unternommen hatte, da fand sie Gnade vor den Augen ihres Gemahls. Ahasveros streckte ihr vom Thron aus den goldenen Herrscherstab entgegen, damit sie dessen Spitze anrührte und so am Leben bliebe. Dann sicherte er ihr auch mit ausdrücklichen Worten seine Gnade zu. Und bald darauf bewies er diese mit Thaten. Er that wirklich, was Esther begehrte. Er gab ihr ihr Leben und ihr Volk. Bei dem mächtigen menschlichen Gewalthaber denken wir an den allmächtigen Herrn der Welt, den Vater unseres Herrn Jesu Ehristi. Jesaia sah ihn auf einem hohen und erhabenen Stuhle sitzen und hörte, wie die Seraphim seine Heiligkeit priesen. Vermöge dieser Eigenschaft ist er über der Menschen Sünde erhaben und ein Feind der letzteren. Aber Gottes Heiligkeit hat nichts gemein mit dem Tugendstolz des Pharisäers, der sich von der Welt der Sünder lossagt. Nein, sie ist unzertrennlich von unendlichem Erbarmen. Die heilige Liebe Gottes hat uns den Mittler der Mittler, Jesum Ehristum,