Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 3 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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18_ daß seine Pflegetochter um dieser Zeit, dieser Notzeit willen zum Aönigreich gekommen ist. Sollte sie aber seine Überzeugung nicht teilen, so traut er es der göttlichen Vorsehung zu, daß diese helfend dazwischen treten werde. Auf jeden Fall, sagt er sich, wird von irgend einer Seite her eine Hilfe und Errettung kommen. Mordechai war nicht nur ein der Hilfe bedürftiger und nach suchender, sondern auch ein auf Hilfe vertrauender Mann. Die heilige Schrift lehrt uns eine Not kennen, vor welcher jede andere zurücksteht. Auf dem Übertreter des göttlichen Gesetzes lastet der göttliche Zorn. Dem Sünder widersteht Gott, wie jener ihm widersteht. Er begegnet ihm als ein starker Gewappneter, dem der Mensch nicht entfliehen kann. Im 32. Psalm schildert David den Zustand eines solchen Unglücklichen mit erschütternden Morten. Die Gebeine verschmachten, der Lebenssaft vertrocknet, weil Gottes Hand bei Tag und Nacht schwer auf dem Missethäter liegt. Diese Not bleibt keinem Menschen erspart, denn keiner ist von Sünde frei. Und so bedarf denn auch jeder der Hilfe, und jeder sollte nach Hilfe ausschauen. Mo befindet sich die Stätte, an welcher wir eine Errettung vom Zorn des Allerhöchsten erlangen können? Die Israeliten wurden vorzeiten nicht allein auf Almosengeben, Beten und Fasten, sondern auf blutige Opfer als auf Vermittlungen der göttlichen Gnade hingewiesen. Seitdem sich Daniel 9 erfüllt und der alte Opferdienst aufgehört hat, ist der in Jesu von Nazareth erschienene Messias der Heilsmittler. Zu Thodwig, dem Frankenkänige, sprach der Sendbote Thristi, welcher den Heiden in die christliche Airche aufnahm: „Beuge Dein Haupt und verbrenne, was Du angebetet, bete an, was Du verbrannt hast!" Mollt Ihr, Ihr Ainder Israel, von der schwersten Not befreit werden, so müßt Ihr Euren nichtigen Merkruhm fahren lassen und den bisher verachteten Nazarener als Euren Helfer aufsuchen. Auf seine Hilfe kann man bauen. Es steht felsenfest, daß Gott will, daß dein Sünder geholfen werde. Nicht minder gewiß ist es aber, daß die von Gott uns zugedachte seit der Erscheinung seines Sohnes auf Erden an diesen gebunden ist und nur von diesem erlangt werden kann. Er ist „um dieser Zeit willen" zum Aönigreich gekommen. Unser zweites Purimbild zeigt uns Esther. Mir sehen ein schwaches, wenn auch mit vielen Vorzügen geschmücktes Meib. Sie ist eine Tochter des Stammes Benjamin, aus welchem Israel einst seinen ersten Aönig erhielt. An Vasthis Statt zur persischen Aänigin erhoben, hat sie doch in ihrer Herrlichkeit des Volkes nicht vergessen, dem sie entsprossen ist. So tritt sie denn auch jetzt für dasselbe ein. Obwohl sie ihr Leben aufs Spiel setzt, entspricht sie der Bitte ihres ehemaligen Vormundes, und über ihre Lippen kommt der heldenmütige Entschluß: „Ich will zum Aönige hineingehen. Aomme ich um, so komme ich um." „Hadasa" war der ursprüngliche Name dieser Jüdin. Er bedeutet: Ülvrthe. Den hebräischen Namen verdrängte der persische „Esther", d. h. Stern. Mie ein Heller Stern leuchtete sie ihrem Volke, als dasselbe in dunkler Nacht