Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 3 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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libre Wmeth. -ZW»! Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Nr. 3. — 50. Jahrgang. — 1894. Anhakt: Line purimrede. — Aus der pesiktha Rabbathi. — Georg wishcirts Rache. — Bei einem Raraitenrabbiner. — Zu Jesaia 53, 5 f. — Zu Matth. 23, 35. — Die Londoner Iudemnission in Berlin 1893. — Todesfälle 1893. — Zur Statistik. — Empfangsbescheinigung. Eine Purim-Rede über Esther 4,13 — 5,3. Das heute beginnende Fest der Israeliten entstand zu der Zeit, in welche uns das Buch Esther versetzt. Im 2. Buch der Makkabäer (s5, 37) heißt es „das Fest Mordechais". Die gewöhnliche Bezeichnung rührt daher, daß haman, der Günstling des Perserkönigs Ahasverus, das Los werfen ließ, um zu erfahren, welcher Tag sich zur Ausführung feiner Mordpläne gegen Israel am meisten eignen würde. Purim heißt „Lose", hamans Los fiel auf den \3. Tag des \2. jüdischen Monats, des Adar. Aber Gott vereitelte fein Borhaben und erhielt das dem Untergang geweihte Volk. Das Andenken an diese Errettung aus großer Gefahr bewahrt Israel bis auf den heutigen Tag. Trotz des Widerspruchs, welchen die Feier des und fS. Adar zuerst von manchen Seiten erfuhr, hat sie sich immer mehr eingebürgert. Indem nun auch wir ain heutigen Abend eine Purimfeier veranstalten, bezeugen wir hiermit unsere freundliche Teilnahme an der Festfreude, welche die Kerzen unserer israelitischen Mitbürger in diesen Tagen erfüllt. Es ist nicht abzusehen, weshalb nicht auch ein Thrist des mit dem Pasta- und dem Thanukkafest verwandten Purim gerne gedenken sollte, da dieses wie jene Gottes Macht und Huld verherrlicht. Durch unsere Mitfeier erheben wir zugleich Einsprache gegen die immer weiter um sich greifende Iudenfeindschaft. Mir erklären es für eine Versündigung am Evangelium, wenn Tausende, die sich nach Thristo nennen, dem Volk des alten Bundes gegenüber nur Gefühle des Haffes zum Ausdruck bringen. Gleichwohl soll unsere freundschaftliche Stellung zum Judentum uns nicht hindern, die christliche Betrachtungsweise anzuwenden. Wenn ich jetzt meinen Zuhörern im Anschluß an den vorgelesenen Abschnitt drei Purimbilder vorführe, so zeige ich sie ihnen in christlicher Beleuchtung. Das erste Bild, welches wir im Geist beschauen, stellt Mordechai dar. Bange Sorge malt sich auf dem Gesichte dieses Israeliten. Er hat Aenntnis von dem Verderben, welches ihm und seinem Volke droht. Er wünscht dasselbe abzuwenden. Dies Verlangen hat ihn in die Aönigsburg zu Esther getrieben und ihm den Mund zu einer flehentlichen Bitte um ihre Vermittlung geöffnet. Er fetzt voraus,