Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 2 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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*0 \ In der Kirchengeschichte des Eusebius (V. 2\) ist von einem gewissen Apollonius die Rede, einem philosophisch gebildeten Manne, welcher sich zum christlichen Glauben bekannte. Als er unter Kaiser Lommodus (um J84Q in Rom vor Gericht gezogen und aufgefordert wurde, seinen Glauben abzuschwören, verweigerte er den Gehorsam und erlitt deshalb den Tod durch Enthauptung. Eusebius rühmt die von Apollonius vor dem römischen Senat und dem Präfekten perennis gehaltene Verteidigungsrede. Dieselbe war zu seiner Zeit (er starb 338) noch vorhanden und bildete einen Teil einer kleinen Schrift. Aber dies Werkchen ging später verloren. Da erschien es am 2\. IuniI893 im „Guardian“ in einer von Eonybeare angefertigten englischen Übersetzung. Der Gelehrte hatte es in einer Sammlung von Märtyrergeschichten wiedergefunden, welche schon (87^ in armenischer Sprache erschienen war. Unbegreiflicherweise hatte vor ihm niemand die von den Mechitharisten, einem armenischen Mönchsorden in San Lazaro bei Venedig, wieder ans Licht gezogene perle beachtet. Seither wurde sie von verschiedenen Sachverständigen geprüft und als echt erkannt. Vielleicht folgen auf die Entdeckung der armenischen Übersetzung jener alten Schrift noch weitere auf die letztere bezügliche Funde, wie das ja auch bei Aristides der Fall war („D. E." M2, S. V)- Aus der neuentdeckten Urkunde des kirchlichen Altertums geht deutlich hervor, daß Apollonius mit der heiligen Schrift wohl vertraut war. Sie gab ihm auch die für den heiligen Kampf, den er zu bestehen hatte, nötige Ausrüstung. Als ein Bibelchrist, der Matth. 5, 33ff. kannte, weigerte er sich, bei dem Glück des Kaisers zu schwören. Als ein in Gottes Wort gegründeter Mann brachte er zwar nach \. Tim. 2, \ f. ein unblutiges Opfer für den Kaiser dar, seine Fürbitte, konnte aber dem Bilde desselben nicht opfern. Als ein Schriftgelehrter, der zum Himmelreich gelehrt war, wußte er, daß das Leben in Lhristo unvergänglich ist, wenn das alte sündige Wesen in uns täglich aufs neue in den Tod gegeben wird. Geistesklare, willensstarke, bis in den Tod getreue Bekenner des Namens Ehristi fehlen uns heutzutage nur zu sehr. Wie ganz anders würde das Werk der Mission gedeihen, wenn die christliche Kirche der Gegenwart viele Männer von der Art des Apollonius besäße! War das Geheimnis seiner Kraft die heilige Schrift, so können auch wir nur aus Gottes Wort das Wasser des ewigen Lebens schöpfen. Darum zurück zur Bibel, o Lhristenheit, und gieb Gottes Weisheit nicht für die Thorheit der Menschen hin! Cs ist Dein Bruder! In einer Straße Londons wurde das Pflaster aufgerissen und ein tiefes Loch gegraben. Da kamen plötzlich die Erdwände zu beiden Seiten samt den Brettern, die sie halten sollten, ins Weichen und begruben einen der Arbeiter. Während die Kameraden des Verschütteten sich bemühten, ihm aus seinem Grabe herauszuhelfen, sammelte sich eine Menge Menschen um sie. In der Nähe der Unglücksstätte stand