Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 2 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Mm Wmeth Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Ir. 2. — 50. Jahrgang. — 1894 Anhakt: Lin Gebe!. — Apollonius. — Ls ist Dein Bruder! — Ehrliche Beweggründe. — Zu Joh. 9, 2-^f. — Jüdische Chronik. — Empfangsbescheinigung. — Bitte. Ein Gebet des Hugenotten Vgier de Gombault ft \600). Mein Schmerz ist tief: ich fühle meine Retten, weil mich die Sünde täglich noch besiegt, was soll ich thun, o Gott? Ach, was genügt, von diesem Abgrund mich hiuwegzuretten? wie gerne gäb' ich alles, was ich habe, Hut dem Gesetze völlig nachzukommen! Doch nichts macht Deiner würdig. Augstbeklommen verzichten muß ich, Herr, auf meine Gabe. Mir bleibt nur eins! Dein Sohn, ans Rreuz geschlagen, Hat gnädig alle meine Schuld getragen: Er will, er kann allein mein Retter sein. weil er so große Liebe mir erzeiget, So fleh' ich nun getrost: Sei mir geneiget, Mein Gott, und hüll' mich in Erbarmen ein! Apollonias. Am Anfang des vorigen Jahres kam aus dem Aatharinenkloster am Sinai, die Freudenbotschaft, daß dort eine uralte, fast vollständige syrische Übersetzung der Evangelien gefunden worden sei. Nach der Ansicht des jetzt in Cambridge wirkenden Professors Harris ist dieser von 2 Engländerinnen, Frau Lewis und Frau Gibson, gemachte Fund der wichtigste seit der Entdeckung des Codex Sinaiticus durch Tischendorf. Das Jahr f893 brachte uns aber auch noch die Aunde von zwei andern bedeutsamen Entdeckungen auf dem Gebiet des altkirchlichen Schrifttums. Der englische Gelehrte Eonybeare fand eine armenische Evangelienhandschrift v. I. 986, in welcher der in den ältesten Handschriften des N. T. fehlende Abschnitt Mark. s6, 9—20 die Überschrift trägt: „von Ariston, dem Presbyter." wahrscheinlich ist Aristion, der von Papias erwähnte Jünger Jesu, gemeint. Derselbe sammelte Aussprüche des Heilandes und ist ein ebenso treuer Gewährsmann wie Markus. Er starb erst nach dem Jahre fOO. Der zweite Fund, den wir ebenfalls Eonybeare zu verdanken haben, betrifft einen christlichen Blutzeugen des 2. Jahrhunderts und soll hier etwas näher besprochen werden.