Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1894-01-01 · 1 (1894) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
50 (1894)
Issue
1 (1894)
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2554541-2555074-2555075--09326-2565471
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

6 schüler 5eni ÜTeffias Israels den Weg bahnten, wenn sie sich der griechischen Weltsprache bedienten. Die Urschriften der von ihnen verfaßten Werke haben dem Einfluß der Zeit nicht widerstanden: die ältesten unter den vorhandenen Abschriften entstammen erst dem Jahrhundert. Aber unvergänglich ist wie der Wortlaut so der Laut der einst gesprochenen Worte. Selbst Worte Christi haben ihren ursprünglichen Klang bewahrt. Zwischen den von den neu- Lestamentlichen Schriftstellern ins Griechische übertragenen Aussprüchen des Erlösers findet man einzelne in den Lauten seiner aramäischen Muttersprache, wie auch sonst gelegentlich aramäische Wörter oder Sätze Vorkommen. In letzterer Einsicht sei erinnert an Ioh. 20, J6; Röm. 8, J5; h Kor. {6, 22, in ersterer an Matth. 5, 22; 6, 2^; 27, H6. Ganz besonders liebt es der Evangelist Markus, nach Papias der Dolmetscher des Apostels Petrus, seine Leser zu wirklichen Ohrenzeugen Jesu zu machen. Kap. 5, teilt er das Machtgebot mit, durch welches die Tochter des Iairus dem Tode entrissen wurde, 7, 3$ ben Befehl, welcher den von dem Heiland erteilten Taubstummenunterricht beendete, j$, 36 die Anrede, deren sich der Beter von Gethsemane bediente, J5, 3^ das auch von Matthäus angeführte Psalmwort, mit welchem der Dulder von Golgatha seinem Schmerzgefühl einen ergreifenden Ausdruck verlieh. Mit heiliger Scheu sollten wir diese Schallreliquien behandeln. Die Laute, die einst aus dem Munde des göttlichen Messias kamen, können für uns die Sprossen einer Himmelsleiter werden. Ein neuerdings viel verbreitetes Bild des Heilandes tritt mit den: Einspruch auf, daß es die Wiedergabe einer urchristlichen Zeichnung sei. In Wirklichkeit hat sich aus jener Zeit keine bildliche Darstellung des Erlösers erhalten. Auch die nach Eusebius von der Matth. 9, 20 vorkommenden Frau zu paneas errichtete Bildsäule ist spurlos verschwunden. Nur in jenen Lauten prägt sich immer noch das leiblichgeistige Wesen Jesu Christi aus. Und nur ebenso kann man sich noch jetzt einen Eindruck von denr leiblich-geistigen Wesen seiner ersten Jünger verschaffen. Eine Jestrvoche im heiligen Lande. Am 29. Mkt. v. 3. feierte die deutsch.evangelische Gemeinde Jerusalems ihr seit alljährlich stattfindendes Missionsfest. Zwei Tage später erfolgte die Grundsteinlegung ihrer auf dein Muristan zu erbauender: Kirche in Anwesenheit des von dem deutschen Kaiser entsandten Präsidenten Barkhausen, des Gouverneurs Ibrahim Maki Pascha, des Bürgermeisters Selim Bey und anderer Gäste. In den Grundstein wurde eine Kapsel eingemauert, in welche eine auf diese bedeutsame Handlung bezügliche kaiserliche Urkunde gelegt worden war. Nachmittags vereinigte man sich zu einer Nachfeier im Freie«. An: 5. November wurde das Reformationsfest begangen. Am 6. feierten die Evangelischen Bethlehems die Einweihung ihres seit dem Frühjahr M0 erbauten Gotteshauses. Der Kirchenschlüssel wurde von dem Baumeister dem Bevollmächtigten des Ierusalemsvereins, von diesem dem Vertreter der Kaiserin, der protektorin der Kirche, überreicht und hierauf dem Mrtspfarrrer eingehändigt. Der weiherede lag Micha 5, 3 zu Grunde, die Stelle, welche die Kaiserin in die von ihr gestiftete Altarbibel eingetragen hatte. Der Text der arabischen predigt war Ies. 3.5, 22. Der deutsche Kaiser bethätigte seine Teilnahme

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.