Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 12 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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94 der studierenden Jugend Norwegens durfte er weite Rreise heilsam beeinflussen. Auch das Beste des Volkes, dem er entstammt war, suchte er unermüdlich, indem er half, den Samen des Evangeliums in die Kerzen der Rinder Israel auszustreuen. „Wie öde ist das Menschenleben!" rief eine Jungfrau, als sie aller irdischen Stützen beraubt worden war. Da legte Gott ihr die Sorge für verwahrloste Rinder, für vereinsamte Rranke auf und lehrte sie die Ausübung eines Berufes, der ihre Rlage in den Jubel verwandelt hat: „Wie glücklich bin ich!" Wohlan, so laßt uns die Kerzen aufthun, daß die in Christo geoffenbarte Liebe Gottes Einzug halten und wahre, bleibende Liebe zu unferm Schöpfer und unfern Mitgeschöpfen entzünden kann! Das Bild, welches uns 2. Sam. 2\ zeigt, ist zwar ein schönes Vorbild der Liebe, welche der Mensch bei seiner Geburt als Mitgift erhält, aber doch nur ein schwaches Abbild der andern, welche ihm bei der Wiedergeburt aus Wasser und Geist zu teil wird. Rizpa, die Tochter- Ajas, weise uns hin auf Iesum Christum, den Lohn Gottes, den Spender göttlichen Lebens. Köhlers Lehrbuch der altteftamenilichen Geschichte. Ein epochemachendes Werk hat seinen Abschluß gefunden. Wie die in Nr. 7 der „D. E." angezeigte Einleitung in das N. T. von Godet, so ist Röhlers Biblische Geschichte des A. T. eine reife Frucht echter Gelehrsamkeit. Von einem „streng supranaturalistischen" Standpunkt aus bietet uns der Verfasser, welcher bereits ein Vierteljahrhundert lang den Lehrstuhl für das A. T. in Erlangen einnimmt, „eine innerlich zusammenhängende Darstellung der in dem a. t. Schriftganzen berichteten Geschichte der vorchristlichen Gemeinde Gottes." Ebendarum findet er in dieser Geschichte ein „IneiNandergreifen wundersamen, ratschlußmäßigen göttlichen Waltens und rnenschlicher Freiheit." Ein Bürge desselben ist ihm „das Ziel, welchem sie vorbereitend entgegenstrebt: die gottmenschliche Persönlichkeit Jesu Christi". Eine fortlaufende Begründung seiner Geschichtsschreibung, in welcher er sich mit zahlreichen Mitarbeitern auf dem Gebiet des A. T. auseinandersetzt, enthalten die oft zu Exkursen herangewachsenen Anmerkungen. Besonders wertvoll ist hier, was er gegen Wellhausen und Grätz vorbringt. Dem ersteren gegenüber erklärt er z. B. die Zeugnisse für den Mosaischen Ursprung des im Pentateuch verzeichneten Rechts für „überwältigend". Eine ausgiebige Berücksichtigung erfährt die für die a. L. Geschichte so fruchtbare egyptische und assyrisch-babylonische Altertumswissenschaft. Was die Einteilung des Geschichtsstoffes anlangt, so unterscheidet unser Schriftsteller 9 Perioden. Die Überschriften lauten: Die Schöpfung und der Urzustand. Der Sündenfall und seine Folgen bis zum ersten allgemeinen Weltgericht. Die Zeit der Patriarchen. Die Ausgestaltung der Nachkommenschaft Jakobs zum Volke Gottes. Der unversehrte Fortbestand des Vockstums Israels, ausschließlich bezeugt durch dessen Treue gegen Iehovahs