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Dibre Emeth · 1893-01-01 · 12 (1893) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
49 (1893)
Issue
12 (1893)
Date
1893-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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90 Was den Anstoß zur Einsetzung des Lichterfestes der Israeliten gab, ist f. Makkabäer % 52 ff. zu lesen. Dieser Abschnitt zeigt uns eine Menge Volks auf dem Tempelberge zu Jerusalem. Am Brandopferaltar sind Priester mit der Darbringung der Gott gebührenden Gaben beschäftigt. Ihr froher Gesang und die Alänge von pfeifen, Warfen und Zymbeln begleiten die heiligen Handlungen. In den Jubel der Priester stimmen die zu andern Ständen und Stämmen gehörenden Zuschauer von Kerzen ein. Alle fallen nieder aufs Angesicht, um den Herrn im Himmel anzubeten und zu loben. Die Seele der ganzen Feier ist Judas, der Sohn des Priesters Matthathias. Er erteilt Befehle, geht aber zugleich mit gutem Beispiel voran. Mit Gottes Hülfe hat er das von seinem Vater begonnene Befreiungswerk fortgeführt und den Syrern das geschändete Haus Iehovahs entrissen, um es seiner rechtmäßigen Bestimmung wiederzugeben. Freudig vergegenwärtigt sich Israel alljährlich diese Festgeschichte, und sie verdient es, im treuen Gedächtnis bewahrt zu werden. Aber eine bleibende Frucht ist aus der That des „Hämmerers" nicht erwachsen. Im Jahr s60 fiel Judas in einer Schlacht, die er verlor. Wohl hörte die syrische Oberherrschaft auf, aber es folgte die römische. Wohl diente man auf den: Moria nicht inehr dem olympischen Zeus, sondern dem wahren Gott, aber 235 Jahre nach jenem Weihetage brach über den Tempel und die heilige Stadt jenes Gericht herein, welches heute noch andauert. Die Geschichte des christlichen Lichterfestes hebt mit Luk. 2, f ff. an. Wir werden an die Arippe in Bethlehem geführt, in welcher zur Zeit des kölnischen Aaisers Augustus in einer stillen, heiligen Nacht der erstgeborene Lohn der Maria, der eingeborene Sohn Gottes lag. Die Arippe des Jesuskindes steht vor uns als ein Gegenstück zur Bundeslade. In der letzteren waren die goldene Gelte, das Himmelsbrot, die Rute Aarons und die Tafeln des Bundes geborgen. Aber die Arippe Jesu umschloß die höchsten Himmelsgüter: das Licht der Welt, das Brot des Lebens, den Balsam, der alle Seelenwunden heilt, den Stab, der immer grünt und blüht und Früchte trägt. Den Gnadenstuhl der Bundeslade überschatteten Nachbildungen der Eherubim. Aber über der Arippe schwebten die himmlischen Heerscharen selber. Der Bundeslade durfte nur Israels Hohepriester nahen. Aber vorder Arippe knieten sowohl Glieder dieses Volkes als auch Heiden, weil Jesus aller Welt das Heil bringen will. Ist die Weihnachtsgeschichte nicht zu schön, um wahr zu sein? Wer so fragt, stelle sich recht unter ihre Strahlen und bitte Gott, ihm die Augen für die Wahrheit zu öffnen. Ein gläubiges Flehen wird Erhörung finden, und der Beter wird sich gedrungen fühlen, nicht nur Thanukka, sondern auch Weihnachten zu feiern. Aus dem Midrasch Vereschith Rabliah. An dem Tage, an welchem das Heiligtum zerstört ward, ging Elia durch eine Straße. Da hörte er eine himmlische Stimme rufen:

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