Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 11 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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87 genannten Langel am Sonntag nach (vsteru ein Gottesdienst statt, bei welchem der amerikanische Evangelist Moody predigte und die jüdischen Knaben der Londoner Missionsschule als Sänger mitwirkten. Einer Anregung Moodys zufolge spendeten die christlichen Teilnehmer nach Beendigung der im Freien abgehaltenen Feier reiche Gaben (über 4.00 Mk.) für die Arbeit an den jugendlichen Volksgenossen (des Erlösers, der vielleicht auf El-Hedamije am Kreuze hing. Km jüdischer Kerzog im 16. Jahrhundert. In seiner ,,Maienfahrt durch Griechenland" (Hamburg 4890) erzählt G. Behrmann die wunderbare Geschichte des letzten Herzogs von Naxos, der größten unter den Kykladen. Lin Jude in Lissabon, Joseph mit Namen, tritt znm Lhristentum über. Da lernt er ein reiches jüdisches Mädchen kennen und flieht mit ihr und ihrem Vermögen über Venedig nach Konstantinopel, Hier kehrt er zum Judentum zurück. Er erwirbt sich nun die Gunst des Thronfolgers Selim und erhält von diesem das versprechen, er solle König von Eypern werden, sobald es erobert sei. In der Aussicht auf diese würde läßt sich der Liffaboner eine Fahne sticken, in welcher das Wappen von Eypern und die Umschrift „Joseph Nasi" (— Fürst) angebracht sind. Nach der Thronbesteigung Selims beschweren sich die Griechen von Naxos über ihren Herzog. Da erbittet sich Joseph dies Herzogtum und wird mit demselben belehnt. So haben nun die Lhristen von Naxos einen muhammedanischen Gberherrn und einen jüdischen Herzog. Joseph sammelt sich große Reichtümer und wird der Rothschild des *6. Jahrhunderts. Dabei ist er ein Freund theologischer und philosophischer Gespräche. Eine Unterredung, die zwischen ihm und einem christlichen Gelehrten stattgefunden haben soll, wurde in hebräischer Sprache veröffentlicht. Es handelt sich in derselben um die Frage, ob eine besondere Mffenbarung notwendig sei. Die Ehe des Herzogs war kinderlos. Als er 4579, später als sein Gönner Selim, gestorben war, wurde sein vermögen von den: Großwesir, seinem Todfeinde, eingezogen. Die Beamten, welche die Sache zu ordnen hatten, kamen in den verdacht der Unredlichkeit und wurden deshalb gefoltert. Zlöer die anthropologische Stellung der Juden redete auf dem vorjährigen Anthropologentage in Ulm (am 2. August ^892) der durch seine Forschungen in Kleinasien und Syrien bekannte Dr. Felix v. Luschan. Unter der Bezeichnung „Semiten", sagte er, fassen wir eine Anzahl vou orientalischen Völkern zusammen, die zwar einer gemeinsamen Sprachenfamilie angehören, im übrigen aber hinsichtlich ihrer Rasseneigentümlichkeiten und körperlichen Merkmale weit auseinandergehen, von den acht Völkern, welche diese Sprachenfamilie zusammensetzen, den Babyloniern, Assyrern, Hebräern, Phöniziern, Abessiniern, Aramäern, Sabäern (Südarabern) und den Nordarabern, sind es nur die beiden letzterwähnten Völker und die eigentlichen Beduinen, welche eine geschloffene Einheit darstellen und dank der durch das Wüstenleben bedingten Abgeschlossenheit den ursprünglichen semitischen Typus von fremden Rassenelementen frei erhalten haben. Diese Vertreter des unverfälschten Semitentmns sind charakterisiert durch die langköpfige Schädelform, sowie durch eine Nase, deren Form mit der „jüdischen Nase" durchaus nichts gemein hat. Den langköpfigen und geradenasigen Arabern standen, nach den uns erhaltenen Darstellungen zu schließen, die alten Phönizier insofern nahe, als sie ebenfalls ausgesprochene Langschädel waren. Dagegen zeigen die Hebräer und Aramäer (auf die übrigen der seinitischen Sprachenfamilie zuzurechnenden Völker ging Luschan nicht näher ein) insofern wesentlich verschiedene Verhältnisse, als bei ihnen die Kurzköpsigkeit .vorherrscht. Die an den heutigen Inden vorgenommenen, zurzeit allerdings noch wenig zahlreichen Schädelmessungen haben 80 pLt. Kurzköpfe und nur 5 pEt. Langköpfe ergeben. Durch die unter virchows Leitung vorgenommene Schulkinderstatistik ist festgestellt worden, daß nicht weniger als \\ pEt. aller deutschen Juden blond sind, woher stammt nun die unter den Juden in relativ großer Häufigkeit auftretetlde Blondheit? Die von dem englischen Ethnologen Flinders Petrie unlängst angestellten Untersuchungen haben über diesen Punkt Licht verbreitet. Matt faub, daß auf den Wandgemälden der altägyptischen Gräbertlnd Tempelbauten die Amanr oder Amar, die Amoriter der Bibel, mit blauen