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Dibre Emeth · 1893-01-01 · 11 (1893) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
49 (1893)
Issue
11 (1893)
Date
1893-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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lich, als sein Wunsch befriedigt wurde. Bald kam er täglich zum Unterricht, um sich auf die Taufe vorbereiten zu lassen.) Der Widerwille gegen das Thristentum wird zum teil durch den Talmud genährt. Da viele mit ihm mehr vertraut sind als mit dem Alten Testament, so fehlt es oft an der Aenntnis der messianischen Weissagungen. In Jerusalem suchte man die einflußreiche ärztliche Mission dadurch zu untergraben, daß in der Nähe des christlichen Hospitals 2 jüdische errichtet und 2 christliche, sowie H jüdische Arzte für jüdische Aranke angestellt wurden. Man konnte es jedoch nicht verhindern, daß sich im letzten Jahr sogar 2 Rabbiner im Missionsspital einfanden. Die Gesamtzahl der auf U Arbeitsfeldern beschäftigten Missionsarbeiter beiderlei Geschlechts betrug \75. Von ihnen waren '<8 jüdischer Abstammung. Manchmal erreichten die Frauen mehr als die Männer. Ein Londoner Rabbiner erlaubte einer Missionsfrau, sein Haus zu betreten und mit ihm von dem Erlöser zu reden, ja, er lud sie ein, wieder zu kommen, während er früher jedem Missionsverkehr ausgewichen war. Ganz besonders wichtig ist die Thätigkeit der Frauen am weiblichen Geschlecht. In einzelnen Geistlichen erhielt die Mission willkommene freiwillige Mitarbeiter. So erließ der Dekan von Manchester eine Einladung zu einem Missionsgottesdienst mittelst eines Rundschreibens an die Israeliten seines Sprengels. Es heißt hierin: „Ich fühle, daß der Gott Israels mich mitten in eine große und wachsende jüdische Bevölkerung hineingestellt hat, damit ich mich bemühe, derselben diejenigen zeitlichen und geistlichen Segnungen mitzuteilen, welche die jüdischen Apostel und Evangelisten uns in so reichem Maße geschenkt haben. In jener Absicht bat ich Euch im letzten Jahr, einen Gottesdienst in der Aathedrale zu besuchen, der teilweise zu Eurem Besten bestimmt war, und ich bemerkte mit Freuden, daß manche von Euch meiner Einladung entsprachen und sich damals mit der gewöhnlichen christlichen Gemeinde vereinigten. Ich habe das Vertrauen, daß die Anwesenheit von Juden und Lhristen im gleichen Bethause die Wirkung haben wird, uns enger mit einander zu verbinden und die Gefühle der Achtung und des Wohlwollens, welche wir in diesem Lande glücklicherweise für einander hegen, zu vertiefen und zu erweitern. Möge dies Zusammensein endlich auch darauf hinwirken, daß es Euch und uns verknüpft in Einem unauflöslichen Bande geistlicher Genossenschaft und heiliger Gemeinschaft mit dem Gott Eurer Vorfahren, dem Gott der Erzväter, der Propheten und der Apostel!" In einem gleichartigen Schreiben eines Liverpooler Predigers lesen wir: „Rann nichts geschehen, um die Aluft, welche uns Jahrhunderte lang getrennt hat, zu überbrücken? Ich gebe gerne zu, daß der Friede nicht auf Rosten der Wahrheit oder dessen erkauft werden darf, was jeder von uns für Wahrheit hält. Und doch, zwei Glaubensbekenntnisse, welche in ihren Grundlagen verschieden sind, können nicht zugleich wahr sein. Ist das Judentum wahr, so ist das Thristentum ganz gewiß nicht wahr. Ist aber das Thristentum das Ziel des Gesetzes und der Propheten, so ist das Judentum dies sicherlich nicht."

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