Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 11 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 1× ep/1046078
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82 sei. Mancher Traktat rvandert von Hand zu Hand, weil immer wieder jemand da ist, der ihn lesen will. Ein Rabbiner in Safed gestand, er habe aus einem Traktat nrehr gelernt, als er je vorher gewußt habe. Eine italienische Jüdin, die Schwiegermutter eines Synagogendieners, erinnerte mit ihrer Heilsbegierde an Luk. \0, 59. Sie ließ ihre Arbeit im Stich, um den Worten von Miss. Arias zu lauschen. Mit größter Aufmerksamkeit hörte sie seine Belehrungen über die göttlichen Verheißungen an. Im Missionsspital zu Jerusalem bat ein Äranker, man möge seinem Bett gegenüber eine Tafel mit dem Namen Jesu aufhängen, da der Anblick dieses Namens sein Herz erfreue. Eine Frau erquickte sich vor ihrem Tode an Ioh. s, 29 und andern Sprüchen. „Das sind Gottes Worte und sie berühren das Herz", sagte sie. Oft waren die Missionare Zeugen davon, wie Gottes- und Menschenfurcht, Glaube und Zweifel mit einander kämpften. Einige Juden wagten es nur bei Nacht zu kommen, um ihren Wahrheitshunger zu stillen. Einer hielt auch vor dem Missionar, der ihn unterrichtete, Namen und Wohnung geheim. Ein anderer redete zwar vor mehreren Israeliten so nachdrücklich von der Messianität Jesu, daß ein alter Mann gestand, er sei von derselben überzeugt worden. Aber dennoch wollte dieser Anwalt des Ehristentums sich nicht offen zu Ehristo bekennen. In Damaskus trug ein häufiger Besucher des Missionshauses stets einen Sack auf der Schulter. Er hoffte so dem Argwohn seiner Glaubensgenossen zu begegnen und die Meinung zu erwecken, daß ihn Geschäfte zu den Lhristen führten. Nach einem Gottesdienst in Teheran betete ein jüdischer Teilnehmer: „O Gott, wenn dies der richtige Weg ist, so hilf uns dern Beispiel der Ehristen folgen I" Vgl. Mark. 9, 2% Aber in vielen Fällen wurde die Unentschiedenheit überwunden und eine gründliche Bekehrung erzielt. Miss. Bernstein berichtet von einem österreichischen Juden, den der heilige Geist durch allerlei Trübsale für den Glauben an den Erlöser zubereitete. Dieser Mann besaß in seiner Heimat ein kleines Haus. Als dasselbe abbrannte, beschuldigte man ihn der Brandstiftung. Während er unter diesem ungegründeten Verdacht litt, las er in einem hebräischen Buch den Satz: „Deine Thaten sind nicht wohlgefällig." Er wurde hierdurch bewogen, die heil. Schrift zu studieren und gelangte so zu der Erkenntnis, daß er eines Heilmittels für seine Sünden bedürfe. In der Hoffnung, es im Ehristentum zu finden, wandte er sich an einen römisch-katholische» Priester. Aber die Religion des Papstes befriedigte ihn nicht: ihre abergläubischen Bräuche und Lehren stießen ihn bald wieder ab. Inzwischen hatte man im jüdischen Lager von seiner Hinneigung zum Ehristentum gehört und verfolgte ihn. So kam er nach London, hier verhalf ihm ein Neues Testament zum völligen Durchbruch. Auch ein Zögling von Miss, Herz kam durch dies Buch zur Entscheidung. In den stillen Morgenstunden, die er demselben widmete, da er den Tag über angestrengt arbeiten mußte, fand er seinen Heiland. Er bat dann um weitere Unterweisung und konnte nach Abschluß