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Dibre Emeth · 1893-01-01 · 10 (1893) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
49 (1893)
Issue
10 (1893)
Date
1893-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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67 Apostel Büchern, das ist aus der ganzen heiligen Schrift, fein kurz zusammengefaßt, für die Rinder und Einfältigen; daß man es billig nennet der Apostel Symbolum oder Glauben; denn es ist also gestellet, daß man's nicht besser und feiner so kurz und klar können fassen. Und ist von altersher also in der Kirche blieben; daß es entweder die Apostel selbst haben gestellet, oder je aus ihren Schriften und Predigten von ihren besten Schülern zusammengebracht ist. — Dieser Glaube ist auf uns geerbt, und Gott hat ihn mit Gewalt in seiner Kirche bis auf den heutigen Tag wider alle Rotten und Teufel erhalten, darum sollen wir auch einfältig dabei bleiben und nicht selbst klug sein wollen. Pie deutsch-evangelische Kirche in Jerusalem. Am 8. Juli d. I' erhielt der von dem Geh. Ober-Banrat Adler neu entworfene plan für den Bau einer deutsch-evangelischen Kirche in Jerusalem die Genehmigung des deutschen Kaisers. Adlers frühere Zeichnung hat mehrfache Änderungen erfahren. Er hatte den Turm ursprünglich in niedrigem Maß gehalten. Auf Veranlassung des Kaisers wurde noch ein Zwischengeschoß in verjüngtem Maßstab eingeschoben. Später kam noch eine weitere Umarbeitung hinzu. Der angewandte Stil ist der auvergnatische. Adler war selbst in Jerusalem, um den platz, auf welchem der Bau errichtet werden soll, den Muristan, zu untersuchen. Lr fand, daß die Grundmauern der Kirche der Johanniter, Sancta Maria latina major, welche einst dort stand, noch benutzt werden können. Für den Kirchbau ist bereits V* Million Mk. vorhanden. Dies Geld wird von der ^889 errichteten Jerusalems-Stiftung verwaltet, welcher außerdem ein von Friedrich Wilhelm IV. gestifteter Fonds von 440 000 Mk. und ein Kollektenfonds von 220 000 Mk. überwiesen wurden. Die Zinsen dieser beiden Fonds sollen das Gehalt eines dentsch.evangelischen Bischofs bestreiten. Ein Mittet gegen Langeweile. In Smyrna besuchte ich im Jahre 189^ ein Waisenhaus, dessen Kinder unter der Mbhut von Diakonissen stehen. Die Leiterin der Anstalt ist die Tochter eines deutschen Landpfarrers. Sie sagte mir: „Als junges Mädchen hatte ich manchmal Langeweile. Seit 20 Jahren — so lange bin ich jetzt Diakonissin — kenne ich diese Empfindung nicht mehr." — wer sich um andere bemüht und ihnen an Leib und Geist zu dienen sucht, dem vergeht die Zeit nur zu schnell. An manchem Tage möchte er mit Josua zur Sonne sprechen: „Stehe still!" wie groß ist allerorten die Not, wie klein die Zahl der Helfer! Sollte jemand unter unfern Lesern und Leserinnen an Langerweile zu leiden haben, so bitten wir ihn freundlich, dem Beispiel jenes pfarrtöchterleins zu folgen und irgend ein Werk der dienenden Liebe zu beginnen. Unser Heiland sagte: „Ich bin nicht gekommen, daß ich mir dienen lasse, sondern daß ich diene." Wohl uns, wenn wir ihm das nachsprechen können! Simon ven Jochai. In Nr. \ der „D. L." von *892 ist von dem Grabe dieses berühmten jüdischen Gelehrten die Rede. Line fleißige und scharfsinnige Darstellung seiner Schicksale enthält die in unserm letzten Bücherbericht angeführte Schrift von Di'. L. Lewin. Simon wurde mns Jahr joo n. Ehr. in Galiläa geboren und kam schon früh nach Jabne, wo der Patriarch Gamliel II. wirkte, während des Mmetuskrieges kehrte er zu seinen Eltern zurück, die in Sidon wohnten. Nachdem er hier in die Ehe getreten war, begab er sich \20 nach Bne Berak zu Rabbi Akiba, dessen eifriger Jünger er wurde, und von dem er auch die Semicha, die weihe zum Gesetzeslehrer, erhielt. Als Akiba unter Hadrian beim Aufstand Barkochbas mehr als 2 Jahre in Läsarea gefangen gehalten wurde, erlangte Simon, der sich am Kampf nicht beteiligt hatte, Zutritt zu ihm. Nach des Meisters Einrichtung (438) erhielt er die zweite Mrdination durch Juda ben Baba. Später stiftete er selbst eine Schule und lehrte tu Jabne, Thekoa und Sidon. (Am letztgenannten Mrt wünschte einmal ein Ehepaar durch ihn geschieden zu werden. Da riet er demselben, zuvor ein Gastinahl zu veranstalten, wie es einst bei der Vermählung ein solches gefeiert habe. Der Rat wurde befolgt. Gastgeber und Gäste waren beim weine fröhlich vereint. Schließlich erlaubte der Mann seinem Weibe, daß sie beim Scheiden aus seinem

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