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Dibre Emeth · 1893-01-01 · 10 (1893) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
49 (1893)
Issue
10 (1893)
Date
1893-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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_8^_ Luch allen sein und bleiben und nun auch mit mir auf den Reisen und in Marburg und Lschwege sein und mir Gelegenheit und Gnade verleihen, etwas zu Seines heiligen Namens Lhre zu thunl Bete auch Du mit mir darum! Bebra, den 2. August . In Marburg . . hörte ich an: Sonntag 2 predigten in der schönen Llisabethkirche: eine wenig erbauliche und eine herrliche über die letzten Verse in Röm. 8. Montag und Dienstag suchte ich Gelegenheit, mit den Juden zu sprechen, und fand durch die Gnade des HLrrn mehrere, war auch zweimal in dem Dorfe, doch war die Dir bekannte Jüdin leider noch dieselbe; eine andere benahm sich etwas besser . . In Lschwege mußte ich in dem sogenannten Polizei-Nachtzettel außer meinem Namen, Stand und Wohnort auch die Frage beantworten, zu welchem Zweck ich reise. Antwort: Mich mit Israeliten über das Lhristentum zu besprechen. Nun hatte ich schon in Marburg etwas Besorgnis gehabt, daß ich mich nicht bei der Polizei gemeldet hatte. Ich ging daher auf den Rat der Wirtin zuerst zum Bürgermeister, der mich sehr freundlich und ordentlich behandelte und nichts gegen mein Vorhaben hatte. Zugleich empfahl er mir aber zum Areissekretär zu gehen. (Der Landrat des Kreises war nicht zu Haus.) Dieser Herr war nun anderer Meinung; er könne es nicht ohne die jüdische Geistlichkeit, den Rabbiner, bewilligen! Ich machte Vorstellungen dagegen; es half aber nichts. Lr fürchtete vor Sekten, womit sie jetzt so viel zu thun hätten . . Lr behielt meinen Paß zurück und hat wirklich zum Rabbiner geschickt, der gesagt habe: in Lschwege sei ein unfruchtbarer Boden. Kurz, nach etwa einer Stunde wurde mir der Paß gebracht und gesagt: er wünsche es nicht. So konnte und durfte ich also in Lschwege, wo so viele Juden wohnen, nichts thun, außer daß ich auf dem Wege von dem Bürgermeister zu jenem Herrn mit einem Juden sprach, den ich schon in (Lasse! früher gesprochen hatte. Lin Buch wagte ich nicht zu verteilen. Ls blieb mir also nichts übrig, als mit der . . Post abzureisen in der Hoffnung, hier noch etwas zu thun, besonders, so der HLrr will, morgen am Schabbas. Aber wie merkwürdig es war! In dem Postwagen war ich der einzige Lhrist unter 5 Juden, darunter ein gelehrter, ruhiger, mit Poper, Neander u. a. bekannter Rabbiner und eine Frauensperson. Mit diesen hatte ich . . 2*4 Stunden fast fortwährend zu thun. Der Rabbiner blieb im Wagen bis hierher, so daß ich noch viel mit ihm allein sprechen konnte. Der HLrr wolle es an allen aus Gnaden segnen! . . Forts, den 3. Jetzt ist es mir klar geworden, warum man mich in Lschwege nicht dulden wollte und wieder hieher getrieben hat . . Gestern abend hatte ich noch ein freundliches Gespräch mit einen: ältlichen, netten Juden. Heute ging ich etwas nach 9 Uhr zur Synagoge. Inden: ich etwas vor den: Lnde herausgehe, habe ich Gelegenheit, mit einen: andern verständigen Juden ruhig zu sprechen, nach ihm mit mehrere:: Frauen, die herauskamen, über das beste Gebetbuch, das Herz, und ps. 5(, \2. Als alle herauskommen, bleiben viele,

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