Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 10 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Die vorstehenden Verse sind einer Festkantate entnommen, die vor 50 Jahren, bei der 25jährigen Jubelfeier des „Tempels" zu Hamburg, gesungen und damals in der „Allg. Zeitung des Judentums" (^3, S. 670 ff.) veröffentlicht wurde. Auch wir bekennen uns zu der Hoffnung auf Israels Wiederherstellung. Auch wir halten dafür, daß die volle Herrlichkeit der messianischen Zeit erst in der Zukunft anbrechen wird. Diese Zeit selber ist jedoch schon da, seitdem Jesus in die Welt gekommen ist. Und nur, wer den im jüdischen Lande vor bald *800 Jahren erschienenen Erlöser gläubig annimmt, wird auch des Genusses der zukünftigen Herrlichkeit gewürdigt werden. Johann Heinrich Brühl wurde 1.823 zu Schmiegel in Posen geboren und als der Sohn eines jüdischen Hauses früh mit der hebräischen Sprache und ihren Schriftwerken bekannt gemacht. Im Alter von \0 Jahren las er Iesaia 53 und gelangte hierbei zu der Erkenntnis, daß der Messias Israels leiden und die Sünden seines Volkes tragen sollte. Zugleich gewann er infolge seiner Beschäftigung mit dem N. T. die Überzeugung, daß der verheißene Erlöser in Jesu von Nazareth erschienen ist. Es wurde ihm daher unmöglich, den? Wunsche seiner Eltern zu folgen und die rabbinische Theologie zu studieren. Er beschloß, Lehrer zu werden. H8^5 begab er sich nach Mörs, um sich im dortigen Seminar einer Prüfung zu unterziehen. Gerne hätte er dem frommen Seminardirektor Zahn seinen Seelenzustand entdeckt, doch wagte er dies nicht. Indessen waren wiederholte Unterredungen mit demselben, in denen ihm zum erstenmal die Göttlichkeit des Messias erklärt wurde, nicht vergeblich. Schon M6 kam er zur Entscheidung, gab sein Lehramt auf und reiste nach Amsterdam, wo er die Missionare Reichardt und Pauli kennen lernte. Weitere Unterweisung suchte und fand er in London. Im August trat er in das Missionsarbeitshaus derL.I. M. ein. Am 6. Dez. desselben Jahres empfing er das Sakrament der Taufe. \84[8 wurde er in das Missionsseminar ausgenommen und J85\ nach Vollendung seiner Ausbildung nach Bagdad entsandt, hier arbeitete er unter der Leitung von Missionar Stern. \85^ reiste er von Bagdad aus mit Professor petermann nach Persien. J85(> erhielt er in England die Priesterweihe, nachdem er schon 3 Jahre zuvor in Jerusalem durch Bischof Gobat zum Diakonus ordiniert worden war. Während jenes Aufenthalts in England trat er auch in die Ehe. Noch am Hochzeitstage brach er wieder nach Bagdad auf, wo er noch mehrere Jahre lang in Gemeinschaft mit seinem Schwager Eppstein unter Gottes Segen den Israeliten das Evangelium predigen durfte. In Bagdad und auf den Reisen, die er von dort aus unternahm, und die ihn auch nach Aurdistan führten, machte er liebliche Erfahrungen. Gleichwohl wurde die Mission im Tigrislande \866 aufgegeben. Brühl kehrte nach London zurück. \867 übernahm er das Missionsamt in Lemberg, \87\ dasjenige in Wien. An beiden Orten, sowie auf Missionsreisen durch Galizien und Ungarn erwies er sich als einen treue?! Anecht seines Herrn. In Wien unterstützte die reformierte Gemeinde seine Bemühungen 11m die Bekehrung Israels. J875 wurde er zum Vorsteher des Arbeitshauses in London ernannt,