Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 10 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Mr. 10. — 40. Jahrgang. — 1803. Anhakt: Israelitische Tempesgesärlge. — I. l). Brühl. — Ein Missionarsleben (Schluß). — Die Geschichte einer Inschrift. — Luther über das Apostolikum. — Die deutsch-evangelische Kirche in Jerusalem. Ein Mittel gegen Langeweile. — Simon den Iochai. — Zur Statistik. ■ Israelitische Teinpelgesänge. i. Linst auf Zions heil'gem Hügel Tönte Davids feurig Lied. Auf der Flöt' und Harfe Flügel Schwang empor sich das Gemüt. Majestätisch zogen Lhore In des Tempels Pforten ein, Und des Königs höchste Lhre War's, der Sänger Fürst zu fein. Aller Stämme Stufenlieder Einten sich zu Gottes Ruhm. Tausende entzückter Brüder Sammelte das Heiligtum. Und vor dem rauchenden Altar Lag im Gebet die fromme Schar. Und mit emporgehob'ner Hand Der Hohepriester sühnend stand. Der Allmacht willen sprach er aus: Da füllte Nebelrauch das Haus. Das Volk ergriff ein nie gekanntes Beben, Und alles ahnete ein höh'res Leben. Und begeistert, der Erde entrückt, Des Propheten Rede erklang, Die wie Feuer den Menschen erfaßt, Ihn durchlodert mit mächtigem Drang: „Halt' fest an Gott! Er ist dein einzig Leben! ,,Sei Gottes Volk und bleib' ihm stets ergeben!" II. Aber, ach, dahingefchwunden war das Glück nach wenig Jahren! Und es kamen schwere Leiden, Trübe, martervolle Zeit. Ach, es sank in Schutt und Asche Zions alte Herrlichkeit! Da verstummte Harf' und Flöte, Da weissagte kein Prophete, Und bei blut'ger Flammen Röte Starben Priester und Levit. Eingezwängt in Sklavenbande, Zog dahin durch fremde Lande Israel, voll Schmerz und Schande, Fern vom heimischen Gebiet. Aus dem Kreis der Iakobssöhne S Schwand die süße Kunst der Töne,? Unablässig floß die Thräne Und erstickte Klang und Lied. in Herr, sei nicht abgewandt Diesen Betrübten! Reiche die Retterhand Deinen Geliebten! S Merk' auf ihr heißes Fleh'n!? Laß sie nicht untergeh'n, ( Was sie auch übten!? IV. < Tröstet, tröstet mein Volk! ) Spricht euer Gott.? Redet Jerusalem zu Kerzen! Rufet ihr zu: d vollendet sei ihr Kampf, Gesühnt ihre Schuld! Denn von Zion geht aus die Lehre, Gottes Wort von Jerusalem. S Da werden alle Völker wohl belehret. Sie wandeln ihre Schwerter dann in S Sicheln; Und ihre Speere in des Pfluges Eisen. ( Es stehet dann nicht Volk mehr wider Volk Und übet keines mehr des Krieges Kunst. S Also redet der Mund Des Gottes Zebaoth. S Israel, verzage nicht! Hemme Deiner Thränen Lauf! Nicht auf ewig wird von Leiden $ Tönen Deiner Tempel Dom,? Zions Harfe an den Weiden i Hängen neben Babels Strom. > Gottes Macht? Scheucht die Nacht: s Israel, verzage nicht! > Beff're Zeit Tilgt dein Leid, s Harf' und Orgel schallt empor ) Wieder dann aus deinem Lhor. Israel singt einen ew'gen Sieg durch Gott. NiewerdetihrzurSchande,niezurSchmach.