Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 9 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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merkwürdige pvojelyt, peter de Löw, -p/2 stunden bei uns und hat uns sehr gut gefallen. Morgen nachmittag sollen wir bei ihm Thee trinken . . Die hiesigen Juden, die wir heute morgen in der Synagoge besuchten, und unter denen er als ein lebendiges und kräftiges Zeugnis für die Wahrheit da steht, haben uns nicht sonderlich freundlich ausgenommen und meinten, wir thäten's, um Geld zu verdienen! Die armen Menschen! Der HGrr wolle sich ihrer in Gnaden erbarmen! Nun, laßt uns recht fleißig für sie beten und bete auch Du . . täglich recht ernstlich für sie und für mich und uns beide! Hamburg, den (8. Dezember MO. — . . „Wir müssen durch viel Trübsal ins Reich Gottes gehen" . . Wenn auch wir etwas und vielleicht manches zu leiden und zu ertragen haben . . : ans Leben geht man uns in Deutschland und Guropa doch wenigstens jetzt noch nicht, obwohl die Zeit auch noch kommen kann . . Die vevhältnismäßig geringen Leiden, die der HGrr uns zu unferm Besten auferlegt, sollen wir geduldig aus feiner Hand annehmen und bedenken, daß noch größere Leiden über unsere Brüder in der Welt ergehen, wie der Apostel petrns auch schon damals geschrieben, aber auch hinzugesetzt hat: Der Gott aller Gnade (der uns alle Gnade giebt), der uns zu deiner ewigen Herrlichkeit berufen hat in Ghristo Jesu, unferm Herrn, wird Tuch, die Ihr hier eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen und gründen . . Bocli pomoscliet. d. h. Gott wird helfen! So rief bei Warschau in dem Ariege von \85\ ein frommer russischer Oberst, dem ich nach dem Ariege das heilige Abendmahl gereicht habe, feinen Reitern zu, als sie auf Befehl ganz stillstehen mußten und die feindlichen Angeln sie umflogen . . Und Gott half ihnen. Auch las ich gestern noch von unmittelbarer göttlicher Hilfe auf das Gebet des Missionars Frei . . im Barmer Missionsblatt Nr. 22 von diesem Jahre. Und nun naht sie ja schnell heran, die herrliche Weihnachtszeit — die Zeit, die uns verkündigt: Euch ist heute der Heiland geboren! Darum dürfen und können wir ja nicht traurig sein, sondern sollten mit dem Apostel Röm. 8 sprechen: Hat uns Gott Seinen Sohn geschenkt, wie sollte Gr uns mit Ihm nicht alles schenken? O, gewiß, auch die leibliche Nahrung für Menschen und Vieh . . — Not sendet der HGrr ans weisen, heiligen Absichten. Gr will, wir sollen ihn in derselben anrnfen, und verheißt, uns zu erhören! Ps. 50. Gr will auch, daß die Begüterten sollen die Ärmeren unterstützen, beraten und ihnen helfen. In dem an Getreide sonst so reichen polen ist die Not jetzt auch so groß . . Hier bei uns hat der HGrr bisher nicht nach unferm Verdienst, sondern nach seiner Gnade mit uns gehandelt . . Aber ich muß noch einmal auf das liebliche und glorreiche Weihnachtsfest kommen . . Laß mich Dich recht erinnern an das, was der himmlische Vater . . für uns gethan, und an die Liebe, womit er uns geliebet, ja, so sehr geliebet hat, daß Gr uns das Liebste und Beste, was Gr hatte, Seinen Sohn, zum Grlöfer und Heiland geschenkt hat! £), möchten wir doch diese Liebe recht erkennen und sie so lebendig an unfern Herzen erfahren und genießen, daß wir uns ihrer wahrhaft erfreuen . . und die Botschaft davon so vernehmen