Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 8 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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durch das Kreuz mehr beten gelernt habe und ein besserer Mensch durch dasselbe geworden sei. Sein letztes Krankenlager und sein Sterben waren überaus erbaulich. Mit fröhlicher Zuversicht und innigem Verlangen sah er dem himmlischen Jerusalem entgegen. Innig betete er: „Komm doch, lieber Heiland, komm!" Auch in seinen Träumen hörte man ihn abgebrochene deutsche und hebräische Schriftworte sprechen. Wenn er wach war, bezeichnete er seinem Sohn selbst die Schriftstellen, welche er ihm zum Trost vorlesen sollte, und rief nach manchen! Spruch: „Herrlich, herrlich!" Am 25. Mai rief ihn der Herr nach mehrwöchentlichem Arankenlager Heini, nachdem er ein Alter von fast 75 Jahren erreicht hatte. Möchten wir alle wie er fröhliche und selige Gotteskinder fein und als solche auch heimgehen I Pastor Bl. in S. Ein Miffionarslelien in Briefen. (Fortsetzung.) Mit Pastor v. d. S. gingen wir auf den hinter dem Hause und der Airche befindlichen Airchhof mit flachen Gräbern . . Nur an Einein Orte befanden sich zwei Kreuze und einige Gräber mit Blumen, und das waren die ihrer eigenen Kinder . . Wie schmerzlich das sein muß, die lieben Kleinen so nahe am Hause in der Erde zu haben, worüber doch nur der Gedanke und Glaube, daß sie nur als Saatkörner für den großen Auferstehungstag ausgesäet sind, Trost verleihen kann! . . Der HErr lasse auch uns diesen Trost inbezug auf unser heinigegangenes liebes Kind immer lebendig empfinden! Friedrichsstadt, den 25. Mai (859- — Hoffentlich hast Du gestern bei der schnellen und pünktlichen Beförderung der Briefe durch die dänische Post den meinigen . . erhalten . . Unsere Arbeit hier scheint nun zu Ende zu sein. Am Sonnabend hatten wir, dem HErrn sei Dank, manchen Verkehr mit den Juden . ., doch kam zuletzt der jüdische „Herr Pastor", wie er genannt wird, den ich früher besucht hatte, und beschwerte sich heftig, daß ich Traktate an Kinder gebe. Wir hatten einem jungen Menschen von wenigstens (8—20 Jahren einen gegeben und einen einem Knaben, zum teil um ihn los zu werden, wovon der Pastor aber nichts wissen konnte, da der Knabe bei der Nachricht, der Pastor komme, auf einem andern Wege davonlief. Der „Herr Pastor" sagte auch, wenn er es bei dem Präsidenten anzeigen würde, würde es nur verboten werden. Gestern . . kam Herr Pastor v. d. S. . . und sagte: „Sie sind verklagt. Gehen Sie ja nicht in die Synagoge oder in die Häuser, sondern sprechen Sie nur auf der Straße!" . . Bei der predigt legte ich Psalm {02, (6 f. zum Grunde, sprach erst etwas über die Ausbreitung des Thristentums unter den Heiden und dann . . viel über unsere Gesellschaft, ermahnte zum Gebet und Vermeidung von Anstoß und zu liebevoller Behandlung der Juden . . Seine Kirche, die etwa (50 Zuhörer fassen mag, war so voll, daß der katholische Geistliche, dessen Gottesdienst erst Mn 5 Ahr zu Ende gewesen, und der daher etwas spät gekoinmen war,