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Dibre Emeth · 1893-01-01 · 8 (1893) · page 2

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Journal
Dibre Emeth
Volume
49 (1893)
Issue
8 (1893)
Date
1893-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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58 Judentum ins Feld gezogen und zu rechter Zeit das allmählich immer mehr aufgeregte Publikum durch irgend eine grausige Geschichte, zu welcher die Phantasie das meiste Material beigetragen hat, zu wildem Wutausbruch gereizt. Da wird andererseits mit den abgebrauchten und ein feineres Gefühl anwidernden Schlagwörtern . . die Lachlust befriedigt. Zst das christlich? Und wo bleibt die christliche Gerechtigkeit, wenn man beschnittene Wucherer und Wollüstlinge verfolgt, verhöhnt, verdammt, aber getaufte unbehelligt läßt?" Der Verfasser schließt: „helfe jeder Christ mit, daß es keinen Antisemiten nach Art der jetzigen Vereine mehr gebe!" Prim Ferdinand zu Schönaich-Carolath. Gin Freund der Zudenmission ist vor kurzem heimgegangen in den: Prinzen Ferdinand zu Schönaich-Garolath auf Saabor. Geboren am 26. Zuli J8\8 zu Saabor, Kreis Grünberg in Schlesien, empfing er in seiner Zugend vielfach fromme Eindrücke. Besonders war ihm unvergeßlich ein längerer Aufenthalt bei seiner frommen Tante, Gräfin Reden in Buchwald, welche die dortige Bibelgesellschaft begründet hat. Gin gesegneter Konfirmandenunterricht an diesem Ort trug dazu bei, in jener glaubenslosen Zeit in ihm eine gläubige Liebe zu dem Heilande zu erwecken, die ihn dann vor den Fehltritten der Zugend bewahrte und noch das Herz des Greises feurig machte. Gine besondere Neigung hatte er für die Brüdergemeinde, deren Gottesdienste er mit seinerfrommen Gemahlin Zenny, geb. Prinzessin Reuss, gern besuchte. Zn dieser Gemeinde ließ er auch seine Töchter erziehen. Mit den Seinen hatte er das innige Verlangen, das Reich seines HGrrn auszubreiten. Dies that er in der Gemeinde Saabor, deren Kirch- und Schulpatron er war, durch Verbreitung christlicher Schriften und reichliche Unterstützung der Armen. Gr hatte ein großes Zntereffe für die Fortschritte der Heidenmission, wurde aber auch noch als ein Greis ein Freund der Zudenmission. Dazu kam er durch feine Bekanntschaft mit der hebräischen Sprache. Da er die Bibel über alles liebte, wollte er gerne die Sprache kennen lernet!, in welcher sein Heiland einst in Palästina geredet hatte. Deshalb lernte er mit 65 Zähren die hebräische Sprache, welche der aramäischen sehr ähnlich ist, in der unser HGrr einst redete. Gr las nicht nur das hebräische Alte Testament, sondern auch das Neue Testament in der hebräischen Übersetzung von Delitzsch. Die Losungen der Brüdergemeinde suchte er täglich, die Evangelien wöchentlich hebräisch auf. Seine Lieblingssprüche lernte er hebräisch auswendig. Durch diese Vorliebe wurde er auch mit der Zudenmission bekannt. Gr las mit großer Freude die Dibre Gmeth, die Saat auf Hoffnung und den Freund Zsraels seit etwa 8 Zähren. Zu Weihnachten sandte er zur Bescherung armer proselyten nach Leipzig eine Spende und begegnete auch persönlich proselyten mit großer Freundlichkeit, wie er denn überhaupt eine überfirömende Liebe bezeugen konnte. Das vielfältige Kreuz des Lebens trug er geduldig in festem Glauben, ja, er bekannte, daß er

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