Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 7 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2554541-2555009-2555016--09271-2565411- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Godets Einleitung in das R. T. Von einen: schlesischen Geistlichen wurde uns erzählt, derselbe habe seinem Buchhändler aufgetragen, ihm jedes neue Werk von Professor Steinmeyer in Berlin sofort zuzuschicken, wenn er ihn auch deshalb nachts aus dein Schlafe wecken müsse. Für alle Freunde von Frederie Godet in Neuchatel ist das Erscheinen einer neuen Schrift dieses ausgezeichneten Theologen ein nicht minder bedeutsames Ereignis. Der frühere Erzieher Kaiser Friedrichs III. legt uns diesmal den ersten Band einer «Intioäuotion au Nouveau Testament“ vor. Er entspricht hiermit ohne Zweifel einem Wunsche vieler. Gott gebe, daß er das großangelegte Werk vollenden dürfe! Es ist die Frucht einer 40jährigen Lehrtätigkeit, bei welcher der Gegenstand immer wieder neu bearbeitet wurde. Der hier zu uns redet, ist nicht ein Dilettant, sondern ein Kleister, der alle einschlägigen Fragen mit größter Sorgfalt untersucht hat, dessen Urteilen wir daher einen hohen Wert zuerkennen müssen. Godet beginnt seine ,,kritische Studie über das V. T., seine Ursprünge und seine Erhaltung" aus persönlichen Gründen mit der ,,besonderen Einleitung" und diese mit den Paulinischen Briefen. Er erzählt zuerst das Leben des großen Apostels bis zum Jahr 55 unserer Zeitrechnung. Hierauf bespricht er die von 55— 66 entstandenen Briefe Pauli, indem er sie aus seinem Leben heraus erklärt. Die dreizehn Schreiben zerfallen in 4 Gruppen: 0 Die Briefe der zweiten Missionsreise lh und 2. Thessalonicher); 2. die der dritten Reise (Galater, und 2. Korinther und Römer); 5. die in der Gefangenschaft verfaßten (Kolosser, philemon, Epheser, Philippe:-); 4die Hirtenbriefe ((. Timotheus, Titus, 2. Tim.). Zn der Erwägung, daß man mit einem Buch zunächst in unmittelbare Berührung treten nlüsie, ehe man es kritisieren dürfe, giebt der Verfasser bei jedem Schreiben ausführlich den Inhalt an, um uns dann erst das Ergebnis seiner kritischen Arbeit mitzuteilen. Mit allgemeinen Bemerkungen über die Briefe Pauli schließt der 757 Seiten zählende Band. Die in dem letzteren zu Tage tretende Geisteskraft und Geistesklarheit läßt es nicht ahnen, daß unser Schriftsteller bereits in: vorigen Jahre seinen 80. iGeburtstag gefeiert hat. Wer sich mit den: N. T. wissenschaftlich beschäftigt, darf das jüngste Werk des berühmten schweizerischen Gelehrten! nicht unberücksichtigt lassen. Möge es auch bei recht vielen christlichen und israelitischen Lesern der ,,D. E." Eingang finden:! Daß es im Gewände einer fremden Sprache auftritt, sollte keinen abschrecken. Hat man das Französische verlernt, so erlerne man es aufs neue in Godets Schule. Der Preis des von den Verlegern (Attinger IVeres. Neuchätel) aufs beste ausgestatteten Buches beträgt \2 Franks. In einen: „Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels" verzeichnen wir mit besonderer Genugthuung, daß Godet seine „Introduction“ denn Andenken eines deutschen Iudenchristen, seines „verehrten und vielgeliebten Lehrers" Neander, gewidmet hat. In