Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 7 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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behauptete, b\c zwanzig Jahre seines Missionswirkens seien nächst dem Jahr, in welchenr er selbst den Heiland gefunden habe, die glücklichsten seines Lebens gewesen. Was das heiße, wenn ein Jude, der Jefuru verschmäht und verworfen habe, aus der Finsternis in Gottes wunderbares Licht versetzt werde, könne man nur dann ermessen, wenn man es an sich selber erfahren habe. Gr erzählte einiges aus der Schreckenszeit, welche die Eholera über Hamburg brachte, und berichtete über die dortige Arbeit unter Einheimischen und Auswanderern. pred. O'Eonnor aus Dublin hob hervor, daß die geistliche Speise, welche Israel von seinen Lehrern erhalte, das Evangelium nicht ersetzen könne. (£ut großer Rabbiner (Iockanan Ben Sakkai) starb weinend, weil er keine Hoffnung des ewigen Lebens hatte. Ein anderer rief in thörichter Selbstverblendung vor seinem Ende, indem er seine Hände aufhob: „O HErr, Du siehest meine zehn Finger: nicht einer derselben hat Deine zehn Gebote gebrochen!" XDie wichtig ist cs angesichts solcher Hoffnungslosigkeit und solcher Selbstgerechtigkeit, das Evangelium zu verkündigen! Die Erfolge der Missionsarbeit dürfen Glicht unterschätzt werden, In der Kirche der Gesellschaft in London kamen mehr als 1800 Taufen vor. jn Abessinien wurden 900 Israeliten durch die Mission bekehrt. Miss. Zerbib aus Mogador schilderte zuerst in aller Kürze seinen bisherigen Lebensgang. Er stammt aus Algier. f86H lernte er als Schüler von Miss. Ginsburg Iesum als seinen Heiland kennen. Bald darauf wurde er als Kolporteur, später als Lehrer, endlich als Missionar der L. I. M. angestellt, jn Mogador, der Hauptstadt des Sultanats Marokko, hatte die Mission anfänglich viele Verfolgungen seitens der Juden wie der Muhammedaner zu bestehen. Ihre Arbeiter wurden einmal sogar vertrieben. Aber schon nach wenigen Monaten durften sie zurückkehren. Seither wird der Widerstand immer schwächer. Viele Juden betrachten den Missionar als ihren Freund. Einer fragte kürzlich Zerbib: „Können Sie nicht unser Freund sein, ohne immer mit uns von Jesu zu sprechen?" Er antwortete: „Ich wäre kein wahrer Freund, wenn ich nicht mit Euch von dem sprechen würde, der sein Leben zu Eurer Erlösung gab." Da sagte der Jude: „Nun, dann will ich Sie mit Ihrem Jesus als einen Freund behandeln." Einmal redete der Missionar am Fuß des Atlas mit einem Rabbiner über die Beweise für die Messianität Jesu, welche uns das Gesetz und die Propheten an die Hand geben. Beim Abschied bat er ihn um Verzeihung, falls er feine Gefühle verletzt habe. Aber der Rabbiner erwiderte: „Mein lieber Freund! Ich will Ihnen nicht nur verzeihen, sondern ich will Sie segnen, und ich will auch das edle englische Volk segnen, welches Sie ausgesandt hat, um uns zu besuchen und zu trösten." Tausende von Neuen wie von Alten Testamenten wurden in Marokko durch die Mission verbreitet. Die Angestellten der letzteren verlassen sich auf die Verheißung: „Mein Wort soll nicht leer zu Mir zurückkommen." Die Hauptversammlung war diesmal besser besucht als in den letzten Jahren. Die bei derselben erhobene Kollekte belief sich auf mehr als 45 V;, ±\